Hyundai Kona im Test: Der Kleine erfordert Gefühl im rechten Fuß

Kompakte SUV und Crossover boomen wie verrückt. Klar, dass dabei auch Hyundai mitmischen will. Und zwar mit dem Kona, der im Praxistest gute Noten einfährt
| Rudolf Huber
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Die Rundum-Beplankung des Kona sorgt für einen typischen SUV-Look.
Rudolf Huber 9 Die Rundum-Beplankung des Kona sorgt für einen typischen SUV-Look.
Die Formgebung - und die Lackierung - des Test-Kona sind beide gelungen.
Rudolf Huber 9 Die Formgebung - und die Lackierung - des Test-Kona sind beide gelungen.
Seinen Namen hat das neue Hyundai-SUV von einem Strand auf Hawaii.
Rudolf Huber 9 Seinen Namen hat das neue Hyundai-SUV von einem Strand auf Hawaii.
Rudolf Huber 9
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Aufgeräumt, mit angenehmen Materialien und kleinen Farbakzenten: das Cockpit des Hyundai Kona.
Rudolf Huber 9 Aufgeräumt, mit angenehmen Materialien und kleinen Farbakzenten: das Cockpit des Hyundai Kona.
Die schmalen Tagfahrlichter wirken wie Augenbrauen über den optionalen LED-Scheinwerfern.
Rudolf Huber 9 Die schmalen Tagfahrlichter wirken wie Augenbrauen über den optionalen LED-Scheinwerfern.
Der 1,6-Liter-Benziner mit 177 PS ist ein munterer Zeitgenosse.
Rudolf Huber 9 Der 1,6-Liter-Benziner mit 177 PS ist ein munterer Zeitgenosse.
Der Kofferraum des Kona ist nicht groß, aber glattflächig, die Ladekante mit knapp 70 Zentimetern nicht zu hoch.
Rudolf Huber 9 Der Kofferraum des Kona ist nicht groß, aber glattflächig, die Ladekante mit knapp 70 Zentimetern nicht zu hoch.

Kompakte SUV und Crossover boomen wie verrückt. Klar, dass dabei auch Hyundai mitmischen will. Und zwar mit dem Kona, der im Praxistest gute Noten einfährt.

München - Reichlich SUV-Erfahrung hat Hyundai ja wahrlich zu bieten: Mit Tucson, Santa Fe und Grand Santa Fe sind die Koreaner erfolgreich in mehreren (Größen-)Segmenten unterwegs. Der Kleinste und Neueste im Bunde, der Kona, darf dabei auch ein bisschen den jungen Wilden spielen – zumindest, was die Lackierung außen und die Deko innen angeht. Was kann der Kona? Wir haben's in der Praxis ausprobiert.

Weil wir zugegebenermaßen lieber kotzen als kleckern, darf's in unserem Test auch gleich die zweithöchste Ausstattungsstufe Style sein. Dazu der 177 PS starke 1,6-Liter-Turbobenziner, kombiniert mit einem hochmodernen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Hyundai Kona - viel Dampf unter der Haube

177 PS in einem um die 1.500 Kilo schweren Crossover – das ist eine Ansage. Noch dazu, weil der Benziner und das Getriebe sehr intensiv zusammenarbeiten. Anders ausgedrückt: Sogar im Fahrmodus "Eco" legt der Kona etwa beim Rückwärtsfahren so zackig los, dass man richtig aufpassen muss, nirgends dagegen zu sausen. Und beim Vorwärtsstarten braucht es einen zart modulierenden rechten Fuß, damit die Fortbewegung nicht hektisch wird.

Das ist Kritik auf hohem Niveau und natürlich auch eine Frage der Gewöhnung. Denn auf der anderen Seite bedeutet es, dass der knapp kompakte Asiate (der Fachmann spricht vom B-Segment) ziemlich gute Fahrleistungen abliefert. Über 205 km/h Spitze und den 100er-Sprint in weniger als acht Sekunden gibt es doch wirklich nichts zu meckern.

Der Benzinverbrauch hält sich bei normaler bis munterer Fahrweise in verträglichen Grenzen. Hyundai gibt 6,7 Liter je 100 Kilometer an. Im Alltagsbetrieb waren es dann 7,5 Liter – woran auch der Allradantrieb seinen Anteil hat, der still und souverän im Hintergrund seine Arbeit macht.

Der 1,6-Liter-Benziner mit 177 PS ist ein munterer Zeitgenosse.
Der 1,6-Liter-Benziner mit 177 PS ist ein munterer Zeitgenosse. © Rudolf Huber

Hyundai Kona - Mut zur Farbe

Die Fahreindrücke sind ebenfalls weitgehend positiv. Die Übersicht ist dank der erhöhten Sitzposition gut, die Lenkung ist ausreichend gefühlvoll abgestimmt und das Fahrwerk hat Hyundai nach anfänglich zu viel Härte jetzt kompromissbereit genug abgestimmt: Es ist straff, ohne bei jedem Kanaldeckel zu nerven und ermöglicht gerne flottes Kurventempo.

Wie schon erwähnt: Zusätzlich zu seinem absolut massentauglichen Design hat Hyundai dem Kona auch noch Mut zur Farbe, zumindest zu Farbakzenten, mitgegeben. Das schaut nicht nur gut aus, das klingt auch so: Lackierungen in Acid Yellow, Tangerine Comet oder Blue Lagoon, die sich geschickt verteilt auch im Inneren wiederfinden, machen ihn zum echten Hingucker.

Raumwunder hat der Kona nicht zu bieten, aber dank des Radstands von 2,60 Metern holt er aus dem zu Verfügung stehenden Platz das maximal Mögliche heraus. Vorne sowieso und mit leichten Einschränkungen auch auf den Rücksitzen, deren Kniefreiheit durch die harten Rücklehnen der Vordersitze begrenzt ist. Der Kofferraum ist gut nutzbar, rangiert aber mit einem Volumen von 361 bis 1.143 Litern nur in der Mittelklasse. Die Rücksitzlehnen lassen sich 60:40 umklappen, die stufenlose Ladefläche steigt aber wegen der starr montierten Sitzpolster hinten deutlich an.

Der Kofferraum des Kona ist nicht groß, aber glattflächig, die Ladekante mit knapp 70 Zentimetern nicht zu hoch.
Der Kofferraum des Kona ist nicht groß, aber glattflächig, die Ladekante mit knapp 70 Zentimetern nicht zu hoch. © Rudolf Huber

Hyundai Kona Preis der Test-Version liegt bei gut 27.000 Euro

Sogar ein klappbares Head-up-Display hat der Kona zu bieten, im Style in Kombination mit dem Assistenzpaket für 950 Euro, das auch noch elektrisch anklappbare Außenspiegel, die Einparkhilfe vorne, den Querverkehrswarner hinten und den Totwinkelwarner umfasst. Der Touchscreen ist hier sieben Zoll groß, das Lenkrad ebenso heizbar wie die Vordersitze, die auch noch durch eine Ventilations-Funktion für eine kühle Rückseite sorgen können. Dazu kommen noch ein Fernlichtautomat oder die Geschwindigkeitsregelanlage mit Speedlimiter. Im Testwagen war zusätzlich das Technik-Paket, bestehend aus Bordcomputer mit 4,2-Zoll-Farbdisplay, automatisch abblendendem Innenspiegel und Smart-Key-System samt Start-Stopp-Knopf installiert.

Viel Auto also im überschaubaren Format, die Demokratisierung von mehr Sicherheit und Komfort schreitet munter voran – auch im Kona. Zu haben ist er in der getesteten Version ab 27.030 Euro. Und der Einstieg in die Modellreihe startet bei 17.730 Euro.

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