Asien-Hybrid Kia Niro: Das Paket passt

Mit dem Niro startet jetzt auch Kia im Segment der kompakten Hybridfahrzeuge. Bei ersten Testfahrten musste der Koreaner zeigen, was er drauf hat.
| Rudolf Huber
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Reichlich Platz: Der Kia Noro ist geräumig - und dazu auch noch schick geformt - Kia bezeichnet ihn als "Hybrid in stylish und schön".
Rudolf Huber 5 Reichlich Platz: Der Kia Noro ist geräumig - und dazu auch noch schick geformt - Kia bezeichnet ihn als "Hybrid in stylish und schön".
Klare Kante: Die große Klappe verbirgt einen geräumigen Kofferraum, die Rückfahrkamera ist in der Basis des Heckscheibenwischers untergebracht.
Rudolf Huber 5 Klare Kante: Die große Klappe verbirgt einen geräumigen Kofferraum, die Rückfahrkamera ist in der Basis des Heckscheibenwischers untergebracht.
Der Kofferraum bietet ein Volumen von 427 bis 1425 Litern und ist gut nutzbar.
Rudolf Huber 5 Der Kofferraum bietet ein Volumen von 427 bis 1425 Litern und ist gut nutzbar.
Kommandozentrale: Die Bedienung des Kia Niro ist nach einer kurzen Orientierung über die Schalter und Hebel problemlos.
Rudolf Huber 5 Kommandozentrale: Die Bedienung des Kia Niro ist nach einer kurzen Orientierung über die Schalter und Hebel problemlos.
Die hier gezeigten 18-Zöller erhöhen den Normbverbrauch gegenüber den 16-Zöllern um satte 0,6 Liter pro 100 Kilometer.
Rudolf Huber 5 Die hier gezeigten 18-Zöller erhöhen den Normbverbrauch gegenüber den 16-Zöllern um satte 0,6 Liter pro 100 Kilometer.

Hamburg - Eine kleine Spitze gegen den Mitbewerber kann man sich bei Kia nicht verkneifen. Mit dem neuen Niro biete man jetzt einen Hybrid „in stylish und schön“ an, heißt es bei den deutschen Statthaltern des koreanischen Herstellers. Zielscheibe des sanften Spotts ist natürlich der Prius von Segment-Begründer und Marktführer Toyota. Und in der Tat ist das Crossover-Gefährt mit Benzin- und Elektroantrieb deutlich fescher ausgefallen als die jüngste Generation des erfolgreichen Japaners. Auch bei den Preisen kann Kia punkten. Und bei der Technik ist die Firma auf Augenhöhe, so das Ergebnis erster Testfahrten mit dem Korea-Hybrid.

Hyundai und Kia sind ja eng miteinander verbandelt. Bei ihrer Hybrid-Initiative gehen die beiden Firmen technisch gleiche Wege, von Karosserie und Konzept her unterscheiden sich der neue Niro und der demnächst startende Ioniq aber erheblich. Während Kia auf eine ziemlich gelungene Mischung aus Kombi und SUV setzt, bietet Hyundai in Sachen Package und Design auch aus Gründen der Aerodynamik ein deutlich an den Prius angenähertes Äußeres. Noch ein Unterschied: Eine reine Elektroversion, wie sie für den Ioniq für nächstes Jahr angekündigt ist, ist beim Niro zwar technisch leicht machbar, aber derzeit nicht geplant – schließlich gebe es ja den Soul EV, so Kia-Geschäftsführer Steffen Cost. Eine Version mit Plug-in-Hybrid, also mit an der Steckdose aufladbarer Batterie und rund 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite, wird es 2017 geben.

Geräumiger Spritsparer auf kleineren Sohlen

Erst einmal also „nur“ ein serieller Hybrid, der den Wagen ohne Spritverbrauch ein paar hundert Meter fortbewegen kann, wenn man das Gaspedal nur ganz vorsichtig streichelt. Wichtiger ist allerdings die Unterstützung für den 1,6 Liter-Benziner mit 105 PS durch den 43,5 PS starken Elektromotor, die immer dann einsetzt, wenn es das Steuergerät für nützlich hält – und ausreichend „Saft“ vorhanden ist. Zusammen bringt es das Antriebs-Duo auf 141 PS und ein maximales Drehmoment von 265 Nm – das ist jetzt nicht gerade weltbewegend, reicht aber in Verbindung mit dem serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe für ausreichende Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 11,5 Sekunden, „garantierte“ 162 km/h Spitze auch ohne E-Unterstützung, wobei im besten Fall, also mit voller Hybrid-Batterie (Kapazität 1,56 kWh) auch gute 180 Sachen kein Problem sind. Bei ersten Testfahrten kam der Niro auf 5,1 Liter Verbrauch im Mischbetrieb – mit 18 Zoll-Rädern. Wer mit den 16-zölligen Spritsparreifen unterwegs ist, kommt schon im Normverbrauch statt auf 4,4 auf nur 3,8 Liter pro 100 Kilometer – eine ordentliche Differenz, die der schickere Look der größeren Bereifung nicht wirklich wettmachen kann.

Der Niro ist kein Sportler, das ist klar. Aber er ist ein geräumiges Gefährt, das auf einer Länge von 4,36 Meter dank 2,70 Meter Radstand bis zu fünf Erwachsenen eine gute Bein- und Kopffreiheit bietet und sich auch beim Kofferraumvolumen von 427 bis 1425 Liter nicht verstecken muss. Zudem ist der Niro schon in der Basis namens Edition 7 gut ausgestattet, etwa mit Tempomat, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, sieben Airbags und einem Spurhalteassistenten. Wer sich für die höheren Ausstattungsversionen mit TomTom-Navigation und Echtzeit-Verkehrsdiensten entscheidet, kann in Kürze auch noch einen vorausblickenden Helfer ordern, der den Einsatz von Benziner und E-Motor entsprechend der Topographie steuert und etwa beim Bergauffahren kräftiger als eigentlich nötig „Strom gibt“, weil er anhand der Route weiß, dass der Akku in Kürze beim Bergabfahren wieder aufgeladen werden kann. Ebenfalls optional ist ein radarbasierter Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung.

Kommandozentrale: Die Bedienung des Kia Niro ist nach einer kurzen Orientierung über die Schalter und Hebel problemlos. Foto: Rudolf Huber

Insgesamt ist der Kia Niro ein interessanter Neuzugang. Er schaut von der Tigernase bis zum Heckdiffusor gut aus, bietet aktuellste Hybridtechnik ohne das nicht von allen gewünschte Design-Etikett, das der Toyota Prius trägt. Viel Platz, gute Ausstattung, alltagstaugliche Fahrleistungen und anständige Verbrauchswerte beinahe auf Diesel-Niveau und gegen Aufpreis sogar die Ertüchtigung für Anhängelasten bis zu 1300 Kilo: Das Paket Niro passt – und zwar ab 24 990 Euro.

 

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