Alfa Romeo Giulia im Test: Flotte Italienerin in Blu Misano

Die viertürige Stufenheck-Limousine Alfa Romeo Giulia setzt stark auf Dynamik. Wir haben im Test ausprobiert, wie sich das im Alltag anfühlt.
| Rudolf Huber
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Die Giulia von Alfa Romeo ist eine schicke und sportliche Mittelklasse-Limousine.
Rudolf Huber 7 Die Giulia von Alfa Romeo ist eine schicke und sportliche Mittelklasse-Limousine.
Organische Formen: Das "Gesicht" der Giulia ist typisch für die Marke.
Rudolf Huber 7 Organische Formen: Das "Gesicht" der Giulia ist typisch für die Marke.
Die Guilia zeigt eine gestreckte Seitenlinie mit knackigen Sicken und stark abfallendem Dach.
Rudolf Huber 7 Die Guilia zeigt eine gestreckte Seitenlinie mit knackigen Sicken und stark abfallendem Dach.
Knackiger Abgang: Aerodynamisch geformter Diffusor, das Q4 steht für den Allradantrieb.
Rudolf Huber 7 Knackiger Abgang: Aerodynamisch geformter Diffusor, das Q4 steht für den Allradantrieb.
Der Kofferraum der Giulia fasst bis zu 480 Liter Gepäck.
Rudolf Huber 7 Der Kofferraum der Giulia fasst bis zu 480 Liter Gepäck.
Gelbe Sicherheit: Die Bremsen der italienischen Sportlimousine packen kräftig zu.
Rudolf Huber 7 Gelbe Sicherheit: Die Bremsen der italienischen Sportlimousine packen kräftig zu.
Alles drin, alles dran: Der Startknopf sitzt bei der Giulia im Lenkrad.
Rudolf Huber 7 Alles drin, alles dran: Der Startknopf sitzt bei der Giulia im Lenkrad.

München - Es hätte noch die Lackierungen in Grigio Vesuvio oder Nero Vulcano, in Blu Anodizzato oder Perla Lunare gegeben. Doch unser Testwagen rückte in feschem Blu Misano an. Auch keine schlechte Wahl – und grundsätzlich der Beweis dafür, dass die Bezeichnungen für die neuen Lackfarben der Alfa Romeo Giulia für den Modelljahrgang 2020 ein Gedicht sind. Was allerdings wichtiger ist: Die Sportlimousine ist auch technisch auf Zack – wir haben es ausprobiert.

Alfa Romeo Giulia: Konnektivität und Infotainment zeitgemäß

Neu sind seit der Modellpflege für die schöne Julia etwa eine ganze Reihe von Fahrerassistenzsystemen, die Fähigkeit zum autonomen Fahren auf Level 2, das modernisierte Infotainment-System für vernetzte Serviceangebote (Connected Services) sowie das neu gestaltete Bedienkonzept. Auch die Grafik des sieben Zoll großem TFT-Bildschirms ist neu konfiguriert.

Der 8,8 Zoll große Monitor in der Mittelkonsole erhielt ein Upgrade. "Einfaches horizontales Wischen ruft die jeweiligen Seiten für die Fahrdynamikregelung, Radio, Medien, Smartphone, Navigationssystem, Klimaanlage, Connected Services sowie elektronische Fahrerassistenzsysteme auf. Zusätzlich lassen sich diese Funktionen aber auch konventionell über den Druck-Dreh-Schalter auf der Mittelkonsole abrufen.

Alles drin, alles dran: Der Startknopf sitzt bei der Giulia im Lenkrad.
Alles drin, alles dran: Der Startknopf sitzt bei der Giulia im Lenkrad. © Rudolf Huber

Über die aktualisierten Alfa Connected Services ist die Giulia in Sachen Konnektivität und Infotainment auf dem aktuellen Niveau, so baut etwa My Wi-Fi eine mobile Internetverbindung für bis zu acht Geräte an Bord auf. Und My Theft Assistance alarmiert den Besitzer bei Versuchen, das Fahrzeug zu stehlen.

Schick und elegant? Alfa Romeo hat es drauf

Die Mittelkonsole ist komplett neu eingekleidet, es sind größere und besser zugängliche Staufächer verbaut und eine kabellose Ladefunktion für Smartphones installiert. Neu ist auch die Modellstruktur: Die Einstiegsversion Business ist besonders für die Flotten bestimmt. Die nächsthöhere Ausstattungsvariante heißt Super, dann folgen Ti (Turismo Internazionale) mit besonders viel italienischer Eleganz. Sprint, Veloce und - nur bei der Modell Giulia - Veloce Ti sind ganz auf Sportlichkeit ausgerichtet. Und Quadrifoglio mit 510 PS ist eine Sache für sich.

In unserem Fall rollte eine Giulia in der schon ziemlich rasanten Version Veloce auf den Hof. Wie gesagt im Farbton Blu Misano, dazu mit diversen sportlichen Attributen rundum ausgestattet, erfreut sie sowohl optisch, als auch emotional: Alfa hat es einfach drauf, schicke und gleichzeitig elegante Autos auf die Räder zu stellen.

Angenehme Materialien und ein wie maßgeschneidert passendes Platzangebot in Reihe eins, plus ordentlich Platz im Fond und im Kofferraum (480 Liter) sorgen weiter für Wohlgefühl. Und das, ohne auch nur einen Meter gefahren zu sein.

Alfa Romeo Giulia mit reichlich Power, falls es mal pressiert

Unter der Motorhaube des Testwagens werkelte der stärkste Diesel der Baureihe, ein 2,2-Liter mit 210 PS und einem maximalen Drehmoment von 470 Newtonmetern schon bei 1.750 Umdrehungen. Heißt: Das Aggregat schiebt schon knapp über der Leerlaufdrehzahl kräftig an. In Kombination mit der überzeugend arbeitenden Achtgang-Automatik namens AT8 und dem bei diesem Motor serienmäßigen Allradantrieb ergibt sich beim Fahren ein sehr angenehmes Gefühl: Man hat immer reichlich Power zur Verfügung, wenn es mal pressiert. Man kann, aber man muss nicht. Eine souveräne Angelegenheit.

Knackiger Abgang: Aerodynamisch geformter Diffusor, das Q4 steht für den Allradantrieb.
Knackiger Abgang: Aerodynamisch geformter Diffusor, das Q4 steht für den Allradantrieb. © Rudolf Huber

Weil diese Werte einfach dazugehören wie zum Auto-Quartett: Die Giulia 2.2 Diesel 16V beschleunigt in 6,8 Sekunden von null auf 100 km/h und ist maximal 235 km/h schnell. Den Normverbrauch gibt Alfa mit 5,2 Liter Diesel je 100 Kilometer an. Im Test kamen 6,4 Liter zusammen – allerdings mit ein paar Passagen auf tempolimitierten Autobahnen in Italien und Österreich. Wobei grundsätzlich festzustellen ist: Ein Spritschlucker ist die Diesel-Giulia nicht

Und wie fährt sich der italienische Mittelklässler? Ziemlich flott, wenn's gewünscht wird – siehe Beschleunigungsdaten. Aber auch ziemlich dynamisch auf kurvenreichen Straßen. Wobei der Pilot da dank der Alfa DNA-Fahrdynamikregelung (Dynamic, Natural, Advanced Effciency) ganz nach Lust und Laune Fahrwerksabstimmung und Lenkung auf sanft oder scharf stellen kann. Und das Ansprechverhalten von Motor, Getriebe und Allrad-Verteilergetriebe ebenso. Ganz wie gewünscht. Auf den ausführlichen Testfahrten wurde meist die Einstellung Natural gewählt – die ist dynamisch genug und trotzdem efffizient.

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Alfa Romeo Giulia: Test-Fazit und Preise

Fazit: Es war eine schöne Zeit mit der Giulia. Sie ist nicht an jeder Ecke zu sehen, technisch up to date, bietet viel Komfort und dank der Fahrmodus-Einstellung das komplette Erlebnis zwischen soft und knackig. Und die Brembo-Vierkolben-Bremssättel packen bei Bedarf mächtig zu. Zwei Sätze noch zu den Preisen: Giulia-Fahren beginnt bei 36.554,63 Euro für die Basisversion mit 200-PS-Benziner. Der Testwagen kostet mindestens 53.126,05 Euro, lässt sich aber durch diverse schöne Optionen schnell über die 60.000er-Grenze bringen.

 

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