Steven Van Zandt: Alles im großen Stil

Steven Van Zandt produziert heftig Alben. Jetzt kommt ein Live-Mitschnitt heraus, der von üppiger Instrumentierung und Gastauftritten lebt.
| Dominik Petzold
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Steven Van Zandt - hier 2019 in Mailand im Alcatraz-Club.
Steven Van Zandt - hier 2019 in Mailand im Alcatraz-Club. © Foto: Zuma / Mairox Cinquettix

Steven Van Zandt will es nochmal wissen. Jahrelang habe er als Gangster in Fernsehserien "herumgealbert", wie er dem Publikum bei dem New Yorker Konzert sagte, das jetzt auf einem Live-Album veröffentlicht wurde.

Nach seiner Zweitkarriere berief er die Band wieder zusammen

Nach dieser Zweitkarriere als Darsteller in den Mafia-Serien "Die Sopranos" und "Lilyhammer" berief er 2017 seine Band "Little Steven and the Disciples of Soul" wieder zusammen - und seither haut er Musik raus wie Mafiosi Revolverkugeln.

Nach dem Comeback-Album "Soulfire" ging er weltweit auf Tour und brachte dann eine Dreifach-Live-CD heraus. Ab 2018 wiederholte er das ganze: Album ("Summer of Sorcery"), Welttournee und jetzt ein Dreifach-Live-Album.

Deswegen ist das Repertoire etwas schwächer

Dass "Summer of Sorcery Live!" At The Beacon Theatre" weniger aufregend ist als der Vorgänger, hat einen naheliegenden Grund: Bei der ersten Tour spielte er die besten Songs seiner Karriere, bei der zweiten tauschte er große Teile des Programms aus - und das Repertoire ist entsprechend etwas schwächer.

Ausschweifende Arrangements auf der Bühne

Und doch hat der Mitschnitt tolle Momente, allen voran die Songs, die Van Zandt in den Siebzigern für Southside Johnny & The Asbury Jukes geschrieben und produziert hatte: "Little Girl So Fine" ist eine perfekte Imitation der Drifters (die an der Originalaufnahme beteiligt waren), "Love On The Wrong Side Of Town" eine extrem üppige Soul-Ballade mit wunderbarer Melodie und musikalischem Zuckerguss: Solche ausschweifenden Arrangements kann nur auf die Bühne bringen, wer eine 15-köpfige Band um sich versammelt wie diese perfekt aufspielenden Disciples of Soul.

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Von Romantik bis Party-Soulrock

Schön sind auch das romantische "Love Again", das bisher unveröffentlichte "Suddenly You", das wie ein vergessenes Burt Bacharach-Stück klingt, und das Cover von "Groovin' Is Easy", bei dem der Sänger der Originalband The Electric Flag dabei ist, Nick Gravenites.

Daneben gibt es aber etwas viel Party-Soulrock und Rhythm & Blues. Nach der kompletten Setlist aus dem New Yorker Beacon Theatre folgen noch allerlei Gastauftritte von Peter Wolf bis Nils Lofgren, die bei anderen Gelegenheiten aufgenommen wurden.

Und so ist dieses Live-Album noch deutlich länger als das Konzert, das es dokumentiert. Aber Steve Van Zandt, der barocke Leader dieser 15-köpfigen Soulrock-Bigband, macht eben alles im großen Stil.

Little Steven And The Disciples Of Soul: "Summer of Sorcery Live! At The Beacon Theatre" (Universal)

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