Oliver Wood : Voller Soul und zugleich extrem entspannt

Der amerikanische Musiker Oliver Wood hat mit "Always Smilin'" ein sehr entspanntes Album veröffentlicht.
| Dominik Petzold
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Der amerikanische Musiker Oliver Wood.
Der amerikanische Musiker Oliver Wood. © Joshua Black Wilkins

In einer Zeit, als das Wünschen schon nicht mehr geholfen hat, trug sich folgende Geschichte zu: Drei Musikanten aus Amerika, die Wood Brothers, zogen durch Europa und wollten auch in München auftreten.

Doch es fand sich kein besserer Gig für sie als am Kulturstrand an der Isar, weitgehend vor einem Zufallspublikum, das Cocktails bestellte und sich lautstark unterhielt, während die Band auf Weltklasseniveau musizierte: Americana-Folk fürs Feierabend-Volk.

Auftritt vor Gelegenheitsgästen am Münchner Kulturstrand

Erstaunlich war das vor allem, weil einer der Musiker, Chris Wood, der Bassist von "Medeski, Martin & Wood" ist, einem seit Jahrzehnten berühmten Jazz-Trio aus New York. Bei den Wood Brothers tat er sich mit seinem Bruder, dem Sänger und Gitarristen Oliver Wood, und dem Schlagzeuger und Ehren-Bruder Jano Rix zusammen, um einfachere, rootsige Musik zu spielen.

Nach dem Abend am Kulturstrand im Jahr 2013 blieb nur der Wunsch, dass wenigstens ein paar Gelegenheitsgäste diese wunderbaren Künstler für sich entdeckt haben. Sie können nun das neue Album von Gitarrist und Sänger Oliver Wood hören: "Always Smilin'".

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Auf dem musiziert er mit vielen alten und neuen Partnern, darunter Sängerin Susan Tedeschi und Schlagzeuger Tyler Greenwell von der Tedeschi Trucks Band sowie John Medeski, dem Piano-Kollegen seines Bruders Chris. Sie spielen sich entspannt durch rootsig-funkigen Gospel ("The Battle Is Over"), bluesigen Gospel ("Climbing High Mountains") oder New Orleans-Grooves ("Get The Blues"). Das ist alles voller Soul und klingt extrem entspannt, doch auch nicht allzu spektakulär - mit einer Ausnahme.

Wie drei Sterbende ins Himmelreich kommen

Bei "Molasses" lässt Oliver Wood mit einem Harmonium und verzerrter Slide-Gitarre bewegende, ja berückende Sounds erklingen. Da besingt er drei Sterbende, die ins Himmelreich kommen - und zwar nicht nach ihrem letzten Atemzug, sondern kurz davor: Eine Frau erstickt zufrieden an süßer Melasse, ein Opa stirbt im Bett mit seiner jungen Geliebten, und ein Sänger haucht mit einem Lächeln im Gesicht sein Leben aus, nachdem er sich auf der Bühne die Seele aus dem Leib gesungen hat. Ob das Publikum zumindest dieses Mal dabei richtig zugehört hat, bleibt offen.


Oliver Wood: "Always Smilin'" (Honey Jar Records/Membran)

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