Mit Bob Dylans "Zahnspange" im Deutschen Museum

Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid mit neuer Show im Innenhof des Deutschen Museums.
| Mathias Hejny
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Martin Schmid (links) und Stefan Leonhardsberger.
Martin Schmid (links) und Stefan Leonhardsberger. © Jasmin Magliari

Von den vielen ehrenden Äußerungen zum 80. Geburtstag von Bob Dylan ist diese eine der schrägsten. Als Schüler, so erinnert sich Stefan Leonhardsberger, musste er eine Zahnspange tragen. Dann entdeckte er einen, der es trotzdem geschafft hatte: Auf einem Plattencover sah er Bob Dylan mit Mundharmonika und der kleine Stefan glaubte, es ist eine große Zahnspange.

So wurde der Bua Musiker und im kalten Stephansdom begegnete er Martin Schmid, der sich wie er als Straßenmusiker durch Wien schlug.

Das ist der Urknall des Duos Leonhardsberger & Schmid, und die Geschichte, die sie in ihrem aktuellen Programm im Innenhof des Deutschen Museums erzählten, ist ab da noch herzzerreißender und je unwahrscheinlicher, desto lachtränentreibender. Entdeckt wurden die beiden beim Après-Ski in Tirol und sie wussten, dass sie es geschafft haben, als sie von Till Hoffmann im Lustspielhaus mit einer großen Wurstplatte verwöhnt wurden.

Kalter Entzug von der "Wurstabhängigkeit"

Doch der Erfolg hatte natürlich seine Schattenseiten, und Leonhardsberger wurde wurstabhängig. Schmid setzte ihn auf kalten Entzug, was die Freundschaft der beiden unerschütterlich machte.

Zum Musikkabarett des oberösterreichisch-schwäbischen Duos gehören die großen Geschichten wie die vom Erwachsenwerden in "Der Billie Jean is ned mei Bua" oder nach Art von derbem Bauerntheater in "Rauhnacht".

Mit der Leonhardsberger & Schmid Show erzählen sie von sich und veredeln sich zu einem ebenso fantastischen wie übermütigen Künstlerdrama mit viel Musik. Natürlich nuschelt Leonhardsberger den Dylan-Song im Zahnspangen-Sound.

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Doch er kann auch auf das Hinreißendste den Moonwalk von Michael Jackson, ist mehr gaga als Lady Gaga und "Leise rieselt der Schnee" ist ein unfassbar komisches Ereignis, wenn es von den Austro-Poppern Ambros, Danzer und Gaballier oder als italienische Oper interpretiert wird.

Martin Schmid braucht nur eine einzige Gitarre, um das ganze Klangfeuerwerk von "Bohemian Rhapsody" zu entfesseln und macht auch noch virtuos die Geräusche von den Badeschlappen in der Sauna bis zum Echo im Dom. Intelligenz, Witz und Musikalität der Show machen zwar süchtig, aber glücklich.


Wieder in München am 10. Juli beim Valentinsmuseum Innenhof Isartor und am 17. August, im Innenhof des Deutschen Theaters, 20 Uhr, Tel: 5523 4444.

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