Kultur im Freien: Ohne Impfen bleibt es eher still

Bayerns Kabinett verlängert das Hilfsprogramm für Selbstständige und erlaubt recht wenige Besucher im Freien.
| Robert Braunmüller
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So voll wird es draußen heuer vorläufig noch nicht.
So voll wird es draußen heuer vorläufig noch nicht. © Daniel Karmann/dpa

München - Auch wenn es derzeit abends recht frisch und feucht ist: Ab Freitag sind kulturelle Veranstaltungen im Freien mit maximal 250 Zuschauern auf festen Sitzplätzen erlaubt - wenn die Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 bleibt. Dies gab Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag nach der Kabinettssitzung bekannt.

Testpflicht entfällt bei einer stabilen Inzidenz unter 50

Die Regel gilt auch für Amateure sowie für Kinovorführungen. Die Testpflicht für Besucher entfällt erst bei einer stabilen Inzidenz unter 50.

Das von Söder im Winter ausgerufene "Festival der Kreativität" mit Teilnehmern "von der Hochkultur bis in die gesamte freie Szene rein" und "mit unglaublich vielen kleinen Spielorten" wurde hingegen nicht präzisiert.

Open-Air-Theater bisher nur spärlich angekündigt

250 Besucher an der frischen Luft sind nicht viel, und es dürfte für freie Veranstalter schwierig werden, mit so wenigen Besuchern kostendeckend zu arbeiten.

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In München hat daher bisher nur der Kleinkunst-König Till Hofmann Auftritte von Kabarettisten und Musikern im Hof des Deutschen Museums sowie des Ensembles der Lach- und Schießgesellschaft im Schlosspark der Katholischen Akademie angekündigt.

Widerspruch: 700 Besucher drinnen, nur 250 draußen

Mit jedem Tag rückt außerdem der 15. Juni näher, an dem mindestens 14.500 Zuschauer das erste Fußballspiel der EM in der Allianz Arena sehen sollen. Diesen Widerspruch sollte die Staatsregierung schnellstmöglich klären.

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In diese Richtung zielt auch die Kritik des Verbands für Popkultur in Bayern. "Während in der Bayerischen Staatsoper bis zu 700 Besucher in einem geschlossenen Raum möglich sein sollen, sind Open-Air-Veranstaltungen in eingezäunten Arealen auf 250 Besucher begrenzt", heißt es in einer Presseerklärung des Verbandes. "Auf welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen diese Trennung fußt, erläutern die beteiligten Ministerien bisher nicht."

Der Verband appellierte auch an die Besucher, sich baldmöglichst impfen zu lassen. Nur mit einer hohen Impfquote könnten Musikfestivals in diesem Sommer stattfinden, teilte der Verein mit Sitz in Alteglofsheim bei Regensburg mit. Der Aufruf steht unter dem Motto: "Ohne Euch bleibt's still! Lasst Euch impfen!"

Corona-Hilfsprogramme laufen weiter

Ebenfalls am Dienstag wurde bekannt, dass die Staatsregierung ihre Hilfsprogramme für Soloselbstständige, Spielstätten, Veranstalter und Laienmusikvereine "im Rahmen der vorhandenen Ausgabemittel" bis zum 31. Dezember fortführen wird.

Das Spielstättenprogramm wird rückwirkend zum 1. Januar 2021 für Amateurtheater und gemeinnützige Kulturveranstalter geöffnet und um bis zu zehn Millionen Euro aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie aufgestockt.

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