"Less Meat, Less Heat" - Paul McCartney stellt Buch vor

Paul McCartney ist seit vierzig Jahren Vegetarier. In dem kleinen Buch "Less Meat, Less Heat" ruft er zu weniger Fleischkonsum auf.
| Dominik Petzold
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Der berühmteste vegetarische Koch der Welt: Sir Paul McCartney.
imago/AFLO Der berühmteste vegetarische Koch der Welt: Sir Paul McCartney.

ls die Zuschauer kürzlich nach Paul McCartneys Konzert euphorisiert den Saal der Wiener Stadthalle verließen, wurden sie im Foyer von Damen der Tierschutzorganisation Peta erwartet. Sie drückten ihnen Flyer mit dem Bild des Bejubelten in die Hand, und darauf stand: "I am Paul McCartney and I am a Vegetarian". Auf dem Foto trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift "Eat No Meat". Mit dieser Botschaft ging es für die Fans hinaus in die Dezembernacht.

Und mit dieser Botschaft ist es Paul McCartney ernst. Vegetarier ist er seit über vierzig Jahren, mitsamt seiner ganzen Familie – seine 1998 verstorbene erste Frau Linda hatte gewaltigen Erfolg mit vegetarischen Fertiggerichten und Kochbüchern.

Jetzt hat Sir Paul das kleine, schmale Büchlein "Less Meat, Less Heat" veröffentlicht: Es enthält einen kurzen Vortrag, den McCartney bereits 2009 bei einer öffentlichen Anhörung im EU-Parlament zu dem Thema gehalten hat, kurz vor Beginn der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen.

McCartney mit Kritik an Massen-Tierproduktion

Der Vortrag war Teil einer gleichnamigen Kampagne, an der auch Rajendra Pachauri beteiligt war, der damalige Vorsitzende des Weltklimarats. Im selben Jahr hatte McCartney mit seinen Töchtern Mary und Stella auch die Kampagne "Fleischfreier Montag" ins Leben gerufen.

Man solle die Menschen dazu ermuntern, sagte er damals vor dem EU-Parlament, weniger Fleisch zu essen – zugunsten der eigenen Gesundheit, vor allem aber zugunsten der Zukunftsaussichten unseres Planeten. Er berief sich dabei unter anderem auf den UN-Bericht "Der lange Schatten der Viehhaltung" von 2006 und zählte die Konsequenzen der Massen-Tierproduktion auf.

Immense Flächen Wald würden abgeholzt, um Weideland und Anbauflächen für Futter zu schaffen – pro Minute sechs Fußballfelder, sagte er. Wieviel Wasser für die Tierproduktion nötig sei, veranschaulichte er mit einem Beispiel: Um einen einzigen Hamburger zu produzieren, sei eine Wassermenge nötig, mit der man vier Stunden lang duschen könne, so McCartney, die Tierproduktion würde acht Prozent des globalen Wasserverbrauchs beanspruchen.

Klimaschutz: Das fordert Paul McCartney

Die Erzeugung von tierischer Nahrung sei angesichts des Getreideverbrauchs für Viehfutter extrem unökonomisch. Und schließlich verweist er auf die immensen Mengen Methan, die Rinder ausstoßen – ein Gas, das ungleich klimaschädlicher ist als Kohlendioxid.

Paul McCartneys bescheidener Wunsch war und ist daher: Wir alle sollten zumindest einen Tag in der Woche auf Fleisch verzichten. All das formuliert er in simplen, knappen Worten. Außerdem stellt er noch drei persönliche vegetarische Rezepte vor: getoasteter Bagel mit Hummus – sein Lieblingsfürhstück –, Tacos mit Bohnenmus und "Super-Gemüsesalat".

Es ist allemal ehrenwert, wie McCartney seine Prominenz nutzt, um seine Botschaft ans Volk zu bringen – auch wenn sie nicht neu ist. Aber bei ihm hören nun mal potenziell mehr Leute zu als bei Umweltorganisationen. Oder um es sakrileg-artig mit den Rolling Stones zu sagen: "It’s The Singer, Not The Song".


Paul McCartney: "Less Meat, Less Heat – Ein Rezept für unseren Planeten" (Claudius, 72 Seiten, 12 Euro)

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