Konzert-Kritik: Rihanna im Olympiastadion in München

Ganze drei Stunden hat Rihanna ihre Münchner Fans im Olympiastadion warten lassen. Was danach kommt, ist eine dem Ticketpreis von 80 Euro nicht wirklich angemessene Show.
| Dena Brunner
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Wer von Rihanna in München eine aufregende Show erwartet hat, wurde bitter enttäuscht (Archivfoto)
dpa Wer von Rihanna in München eine aufregende Show erwartet hat, wurde bitter enttäuscht (Archivfoto)

München - Sie kommt drei Stunden nach dem offiziellen Konzertbeginn auf die Bühne, singt „Stay“ und gibt ihren 41.500 Zuschauern das Gefühl, in diesem Moment gerne hier zu sein. Dass es vor dem Konzert hieß, Rihanna hätte aus Terror-Angst nicht vor, nach dem Konzert in München zu bleiben, scheint für einen Augenblick vergessen. Ihr achtes Studioalbum ist „Anti“ schon, und in der gleichnamigen Welttournee spielt die R&B-Künstlerin Klassiker wie „Rude Boy“, „We Found Love“ und natürlich „Umbrella“ genauso konzentriert wie neuere Songs wie „Bitch Better Have My Money“ und die mit Rapper Drake aufgenommene Kollaboration „Work“. Diese zeichnet sich weniger durch die musikalische Genialität als vor allem durch das nasale, 72 Mal wiederholende Wort „Work“ und Rihannas unaufhörlichem Twerking aus. Bei Hits wie „45 Seconds“, in denen sich die 28-Jährige akustisch begleiten lässt, wird klar, dass ihre Stimme vor allem live und ohne elektronischen Beat-Einheitsbrei überzeugt.

Rihannas Bühnenshow ist dreist

Wer sich aber von der aus Barbados stammenden Künstlerin eine aufregende Show erwartet hat, wird bitter enttäuscht. Im Gegensatz zu Größen wie Beyoncé, die eigens für ihre Konzerte aufwendig produzierte Videos auf die Leinwände um sich herum projiziert, um auch mal davon abzulenken, dass sie sich Backstage umzieht, müssen bei Rihanna Bässe und Bühnennebel herhalten, um Zeit zu überbrücken. Dass der hintere Bühnenteil einzig aus einer locker nach unten hängenden Folie besteht, die ab und zu bunt angestrahlt wird, ist bei einem Konzert eines Superstars mit weltweit über 54 Millionen verkauften Alben und Ticketpreisen von mindestens 80 Euro fast dreist. Die Zuschauer müssen sich also mit Rihannas Pony-Frisur wie aus den 70er-Jahren und ihren vier außergewöhnlichen Outfits, vom Zwangsjacken-ähnlichen Bademantel bis hin zum durchsichtigen schwarzen Glitzer-Jumpsuit, der intime Stellen entblößt, begnügen.

"Diamond" für die Opfer des Amoklaufs

Den Höhepunkt des Abends bildet die Performance ihres Songs „Diamond“, den sie den Opfern des Münchner Amoklaufs widmet. Auf den Leinwänden rechts und links von der Bühne ist die Deutschlandflagge zu sehen und alle halten selig ihre Smartphones mit Blitzfunktion in die Luft. Rihanna lächelt, der Abend war doch ganz nett.

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