Die Stadtsparkasse reduziert die Förderung, die Stadt soll einspringen

Die Stadtsparkasse kürzt ihr Engagement bei den Symphonikern – nun soll die Stadt einspringen
| Robert Braunmüller
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Die Münchner Symphoniker.
Felix Broede Die Münchner Symphoniker.

MÜNCHEN - Mit „Die Münchner Symphoniker retten!“ ist ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von CSU und SPD im Stadtrat recht dramatisch überschrieben. 2004 stand das Orchester schon einmal am Abgrund, als die Stadt angesichts gesunkener Steuereinnahmen den roten Sparstift bei der Kultur ansetzte und der Stadtrat ein Ende der Förderung dieses Orchesters beschloss.

Gerettet wurden die Symphoniker damals von der Stadtsparkasse, die mit Spenden und einem Sponsoring in der Höhe von insgesamt 950 000 Euro jährlich einsprang. Daneben erhält das Orchester Mittel vom Freistaat Bayern und vom Bezirk Oberbayern, außerdem wurde die Zahl der Stellen reduziert. Die Stadtsparkasse wird ihr Sponsoring zwar beibehalten. Die jährliche Spende in Höhe von 450 000 Euro wird jedoch in den nächsten Jahren um 150 000 Euro reduziert und ab 2019 ganz entfallen.

Kulturelle Niedrigzinsen

Das ist bei einem Gesamtetat von 4,5 Millionen Euro ein ziemlicher Brocken. „Diese Übergangszeit dient den Symphonikern und ihrem Förderverein dazu, in aller Ruhe zusätzliche Sponsoren bzw. Mäzene für sich zu gewinnen“, teilt die Bank dazu mit. „Die Symphoniker zählen aber weiterhin neben dem Tierpark Hellabrunn zu den am stärksten geförderten Projekten.“

Grund für den Teilrückzug der Stadtsparkasse sind dem Vernehmen nach sinkende Gewinne auf dem schwieriger werdenden Kapitalmarkt. Ob die den Symphonikern im vergangenen November zugesagten Bundesmittel in Höhe von einer Million Euro aus dem Förderprogramm „Exzellente Orchesterlandschaft in Deutschland“ wirklich fließen werden, scheint ebenfalls offen – auch andere Orchester warten auf eine abschließende Zusage.

Da soll nun die Stadt einspringen, die vor eineinhalb Jahrzehnten aus der Mitfinanzierung der Symphoniker ausgestiegen ist. Was mehr als gerecht wäre – denn das Orchester liefert unter seinem Chefdirigenten Kevin John Edusei mehr als eine musikalische Grundversorgung: Die stilistische Vielseitigkeit und der Wagemut bei den Programmen sind beträchtlich gewachsen.

 

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