Jörg Widmann: Das musikalische Sonntagskind

Die Stadt ehrt den Komponisten Jörg Widmann mit ihrem alle drei Jahre verliehenen Musikpreis.
| Robert Braunmüller
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Der 1973 in München geborene Komponist Jörg Widmann.
Der 1973 in München geborene Komponist Jörg Widmann. © Borggreve

Er hat schon den Kunstförderpreis der Landeshauptstadt, den Bayerischen Staatspreis für junge Musiker, den New Yorker Steoeger Prize, die Marsilus-Medaille der Uni Heidelberg, den Mainzer Schumann-Preis, einen Opus Klassik bekommen. Den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst darf er auch tragen. Nun kann der viel geehrte Komponist, Klarinettist und Dirigent zu allen diesen Auszeichnungen auch noch den alle drei Jahre verliehenen Musikpreis der Landeshauptstadt München in sein mit Preisen wohlgefülltes Regal stellen.

Ausnahmeerscheinung in der internationalen Klassikszene

Der 1973 in München geborene Widmann wird von seiner Heimatstadt als "universaler Musiker" geehrt, "der als Instrumentalist, Komponist und Dirigent eine Ausnahmeerscheinung in der internationalen Klassikszene ist und sich München als Musikstadt dabei immer eng verbunden fühlt", so das Kulturreferat zur Entscheidung der Jury. Widmann tritt hier oft auf, seine Werke werden gern gespielt und an der hiesigen Staatsoper wurden auch seine Opern "Gesicht im Spiegel" und "Babylon" mit gemischtem Erfolg uraufgeführt.

Der Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann bei einer Probe mit dem Münchener Kammerorchester.
Der Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann bei einer Probe mit dem Münchener Kammerorchester. © Florian Ganslmeier

Frühromantische Musik verhalf Widmann zu neuen Qualitäten

"Der Musikpreis ist eine Hommage an einen bald 50-jährigen Vollblutmusiker und Ausnahmekünstler internationalen Renommees, der viel angeregt hat und weiterhin anregen wird", heißt es in der Begründung des Kulturreferats. Dem wird man ungern widersprechen wollen. Denn wie auch immer man zu Widmanns scheinbar mühelos aus ihm heraussprudelnden Kompositionen im Einzelnen stehen mag: Er hat in den letzten Jahren auch als Dirigent frühromantischer Musik neue Qualitäten entwickelt hat und ist auch als Komponist noch für Überraschungen gut.

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Preise haben allerdings auch immer eine symbolische Dimension. Es zeugt schon von einer gewissen Wurstigkeit, in einem Jahr, in dem freiberufliche Musiker angesichts fehlender Auftrittsmöglichkeiten und nur spärlich ausbezahlter Hilfen einen durch eine Professur abgesicherten Künstler mit 10.000 Euro extra zu ehren.

Die nächsten Auftritte

Jörg Widmanns nächster Münchner Auftritt für den 29. April beim Münchener Kammerorchester vorgesehen: Im Prinzregententheater wird nach gegenwärtigem Stand um 18 und 20 Uhr Musik des geistesverwandten Sonntagskinds Felix Mendelssohn Bartholdy und eigene Werke als Klarinettist und Dirigent interpretieren.

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