LUX-Filmtage 2019: Sprung ins Wasser

Drei Filme sind im Finale des LUX-Filmpreises. Heute stellen wir "Gott existiert, sie heißt Petrunya" vor.
| Margret Köhler
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Stört ein männliches, religiöses Ritual: Hauptdarstellerin Zorica Nusheva im mazedonischen Wettbewerbsbeitrag "Gott existiert, sie heißt Petrunya".
LUX Filmpreis Stört ein männliches, religiöses Ritual: Hauptdarstellerin Zorica Nusheva im mazedonischen Wettbewerbsbeitrag "Gott existiert, sie heißt Petrunya".

Drei Filme, drei Genres: "Gott existiert, sie heißt Petrunya" ist ein Film über Korruption, "Wer tötete Dag Hammarskjöld?" zeigt die Untersuchung eines Jahrzehnte alten Mordfalls und "The Realam" spielt mit Berührungspunkten zwischen Feminismus und Religion. Diese Filme sind im Finale um den LUX-Filmpreis. Sie werden am 24. November im City Kino gezeigt. Hier stellen wir "Gott existiert, sie heißt Petrunya" vor.

Wut macht Mut. Jedenfalls kocht Petrunya, wenn sie bei Bewerbungsgesprächen hört, dass ihr Uni-Abschluss nicht einmal für eine Anstellung als Näherin reicht und die saturierten Herren sich über ihre Figur und Aussehen mokieren. In Mazedonien ist das Leben für willensstarke junge Frauen nicht lustig und schon mal gar nicht, wenn die 32- Jährige bei der traditionellen Dreikönigsprozession in den Fluss springt und sich gegen jede Regel das geweihte Kruzifix schnappt, das ein Jahr Glück und Wohlstand verspricht. Die Aktion ist Männern vorbehalten! Und die verbünden sich jetzt gegen sie.

Teona Strugar Mitevskas satirischer und trotzdem ernster Blick auf Machismo und Männerbündelei beruht auf einer realen Begebenheit. Laiendarstellerin Zoric Nusheva ist in ihrer Naivität und Dickköpfigkeit ein Powerweib, das trotz Drohungen "ihr" Kreuz behält, auch wenn das Patriarchat pöbelt, Pfarrer, Polizeichef und Staatsanwalt sie unter Druck setzen.

"Heute bin ich zum Wolf geworden" schmettert sie der Mischpoke entgegen. Trotz Kritik gibt es keine Polemik gegen Kirche und Klerus, angekreidet wird die gesellschaftlich gewollte Ungleichheit zwischen Mann und Frau. Und die kann frech aufgebrochen werden – wie Petrunya wunderbar beweist.

Drei Finalisten im City-Kino

Das Europäische Parlament unterhält in allen Mitgliedsstaaten Informationsbüros für die Bürger, so auch in München. Sie organisieren regelmäßig Veranstaltungen zu politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Themen rund um Europa. Eine solche Aktion ist seit 2006 der LUX-Filmpreis, mit dem das EU-Parlament die Vielfalt der europäischen Filmkultur würdigen möchte.

Die Finalisten in diesem Jahr sind "Gott existiert, sie heißt Petrunya", "Wer tötete Dag Hammarskjöld?" und "The Realam". Die drei Filme werden in allen 24 Amtssprachen der EU untertitelt und in über 50 Städten sowie auf Festivals gezeigt. Der Gewinner des LUX-Filmpreises 2019 wird von den Mitgliedern des Europäischen Parlaments gewählt.

Zuvor können in einer Kino-Matinee auch die Münchner die drei Finalisten kostenlos sehen: am Sonntag, 24. November, ab 11 Uhr im Münchner City Kino. Kostenlose Online-Anmeldung hier. Ihre Karten können Sie zwischen dem 17. und 20. November täglich im City Kino, Sonnenstr. 12, abholen.


 
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