Museen dürfen öffnen: Klares Stochern im Nebel

Nächste Woche öffnen die Museen wieder ihre Pforten - eigentlich. Denn zum einen gehen die Inzidenzzahlen nach oben, zum anderen brauchen vor allem die staatlichen Häuser einigen Vorlauf.
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Der begehbare Zellwald im Deutschen Museum.
Der begehbare Zellwald im Deutschen Museum. © Deutsches Museum

München - Es ist wie bei den großen Bühnenshows. Erst wird die Nebelmaschine angeschmissen, und wenn endlich alles unter einer Dunstglocke verschwunden ist, schält sich irgendetwas heraus. Oder auch nicht. Denn tatsächlich wissen vor allem die staatlichen Museen noch nicht, wo's nächste Woche langgeht, während die städtischen Häuser unisono am Dienstag öffnen wollen. Mit Voranmeldungen und zum Teil längeren Öffnungszeiten.

"Kulturerleben und Sicherheitsmaßnahmen gehen Hand in Hand", hat es Kunstminister Bernd Sibler am Donnerstag verkündet - und gleichzeitig dazu aufgerufen, "kulturelle Angebote wahrzunehmen". Man wird sehen, wie das zusammengeht. Zumal die Hygienekonzepte der verschiedenen Häuser längst erprobt sind und funktionieren.

Pinakotheken haben kein Online-Ticket-System

Bei großen Tankern wie den Pinakotheken hakt es vor allem am Aufsichtspersonal, das so schnell nicht wieder in den blauen Wachanzügen parat steht. Allein für die Pinakothek der Moderne, die als erste von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wieder öffnen soll, sind drei Wachdienst-Firmen zu koordinieren.

Mit sehr viel Glück könnte das bis Ende nächster Woche klappen. Hinzu kommt, dass sämtliche Pinakotheken noch nicht über ein Online-Ticket-System verfügen. Das allerdings scheint bei der Größenordnung dieses Hauses mittlerweile Pflicht zu sein - auch, um den Zugang über Zeitfenster zu regulieren.

Das Deutsche Museum ist da sehr viel besser eingerichtet. Schon seit Jahren kann man seinen Besuch online planen und Karten für ein konkretes Zeitfenster buchen (deutsches-museum.de, täglich 9 bis 17 Uhr). "Wir werden die Kapazitäten allerdings nicht ausschöpfen, um auf Nummer sicher zu gehen", betont Pressesprecher Gerrit Faust.

Kunsthalle: Thierry Mugler-Schau soll pünktlich eröffnen

Auch die Kunsthalle München hat mit dem Online-Ticketverkauf vor dem Lockdown gute Erfahrungen gemacht (kunsthall-muc.de, täglich 10 bis 20 Uhr). Dort will man mit der Freischaltung aber noch warten, um nicht am Montag bei zu hohen Inzidenzwerten wieder zurückrudern zu müssen. "Wir werden die Thierry Mugler-Schau aber pünktlich eröffnen können", sagt Direktor Roger Diederen.

Flexibel kann man auch im Museum Fünf Kontinente reagieren, hier ist noch eigenes Wachpersonal beschäftigt. Und wenn es grünes Licht gibt, wird an der Maximilianstraße 42 am Dienstag aufgesperrt (Di bis So 9.30 bis 17.30 Uhr, Tel. 210 136 100, mit Voranmeldung).

Genauso geht man am Haus der Kunst - unter Vorbehalt - von einer Öffnung am Montag aus (www.hausderkunst.de) und kann Ende der Woche gleich die neue Retrospektive zum Werk von Phyllida Barlow präsentieren.

Lenbachhaus: Online-Ticket mit festgelegtem Zeitpunkt

Erfreulich ist der Elan, der aus den städtischen Museen dringt. Am Dienstag geht es los, montags sind die Häuser ohnehin geschlossen. "Hereinspaziert!" schreibt das Lenbachhaus im aktuellen Newsletter. Der Besuch dort ist unter der Voraussetzung möglich, dass man zuvor ein Online-Ticket (www.lenbachhaus.de) mit festgelegtem Zeitpunkt bucht. Derzeit gehe man, so Pressesprecherin Claudia Weber, von den Vorgaben für den Einzelhandel aus, demnach könne ein Besucher pro 40 Quadratmeter eingelassen werden.

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Was bedeutet, dass sich in Lenbachhaus und Kunstbau zeitgleich 90 Besucher aufhalten können. Beim Kauf des Online-Tickets wird wiederum ein Zeitraum von 90 Minuten für den Besuch eingeplant. Theoretisch könnten so über den Tag verteilt (Öffnungszeiten 10 bis 18 Uhr) also mehrere hundert Leute ins Haus kommen - was real eher nicht der Fall sein wird. Zu sehen sind hier neben der ständigen Sammlung die Präsentation "Unter freiem Himmel. Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter" sowie die Ausstellung von Michaela Eichwald, die seit Dezember im Kunstbau auf Eröffnung wartet.

Villa Stuck: "Maya Schweizer - Stimmen" bis 21. März verlängert

Auch die Villa Stuck macht am Dienstag (11 bis 18 Uhr) auf, dort kann man die seit 22. Oktober laufende Sonderausstellung "Maya Schweizer - Stimmen" besuchen, die bis 21. März verlängert wird. Bei den derzeitigen Hygiene-Vorgaben dürfen sich in der Schau 16 Besucher gleichzeitig aufhalten. Ab 23.3. sind dann die Sammlungspräsentation "Collecting Histories" und die Historischen Räume zu besichtigen. Alles mit Voranmeldung unter Telefon 45 55 51-0 oder per Mail unter villastuck@muenchen.de.

Das Stadtmuseum ist ab Dienstag sogar mit einer deutlichen Verländerung in den Abend hinein bis 20 Uhr geöffnet. Vorerst jedoch nur die Sonderausstellung "Welt im Umbruch". Hier ist die telefonische Anmeldung notwendig, die ab Montag, 10 Uhr, unter Telefon 233-27979 möglich ist. Die umfassende Sonderausstellung mit Fotografie und Kunst der 1920er Jahre wird bis 2. Mai verlängert.

Flexible Tickets: "The Mystery of Banksy - A Genius Mind" im Isarforum

Und auch das zweite städtische Haus am St. Jakobsplatz öffnet voraussichtlich am Dienstag die Türen: Im Jüdischen Museum ist zunächst die Dauerpräsentation zu sehen, auch hier mit telefonischer Voranmeldung unter Telefon 233- 41952. Am 16. März eröffnet dort die neue Sonderausstellung "Im Labyrinth der Zeiten. Mit Mordechai W. Bernstein durch 1700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte".

Genauso geht es am Buchheim Museum in Bernried oder in den Museen in Dachau am Dienstag wieder los.

Den passenden Kommentar zu diesem ganzen Durcheinander hätte vermutlich Banksy parat. Aber der Inkognito-Künstler dürfte in München eher keine Spuren hinterlassen. Stattdessen gibt's ab Mittwoch die Ausstellung: "The Mystery of Banksy - A Genius Mind" im Isarforum am Deutschen Museum. Und für alle Fälle mit flexiblen Tickets. Das ist doch mal eine Idee.

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