Jetzt ist auch die SPD dafür

Das „Forum Humor und Komische Kunst“ hat nun auch die SPD-Fraktion im Rathaus hinter sich. Wenn der Freistaat auch noch mitspielt, steht der Realisierung nichts mehr im Wege
| Adrian Prechtel
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So sieht das sanierungsbedürftige, denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Viehbank in der Planungsskizze des „Forums Humor und Komische Kunst“ aus.
FH&KK So sieht das sanierungsbedürftige, denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Viehbank in der Planungsskizze des „Forums Humor und Komische Kunst“ aus.

Kein Scherz, aber der 1. April hätte der Schicksalstag für das Projekt „Forums Humor und Komische Kunst“ werden können – und ist es auch geworden: zumindest zur Hälfte.

Seit über zehn Jahren kämpft eine lustige Truppe für einen Ort in München, an dem „etwas ganz Neues und kein klassisches Museum“ entstehen soll. „Es geht um ein offenes Haus, in dem eine variable Dauerausstellung nur ein Baustein ist: Café, eine kleine Bühne, eine Kinobox wären weitere Bausteine sowie eine Art Akademie der komischen Kunst und eine Anlauf- und Agenturstelle für Künstler“, sagt der Forums-Vorsitzende Reinhard Wittmann.

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Und weil man mit der alten Viehbank im Schlachthof ein leeres städtisches Gebäude gefunden hatte, das die Stadt ohnehin für satte 13 Millionen sanieren muss, schien das Projekt endlich auf der Siegesstraße. Denn auch CSU und Grüne im Stadtrat befürworteten die Idee. Einzig aus der SPD kam Gegenwind, weil hier der soziale Flügel lieber eine Integrationseinrichtung für Flüchtlinge mit Deutsch- und Berufsvorbereitungskursen einquartieren wollte. „Wir wollten immer auch die SPD gewinnen. Jetzt hat sich der kulturelle Flügel durchgesetzt“, sagt Wittmann.

Der Freistaat muss sich beteiligen

Was Klaus Peter Rupp, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, zwar so nicht ausspricht, aber nach Monaten interner Diskussionen im Ergebnis genau bestätigt: „Die Idee des Forum Humor ist eine sympathische, die wir unterstützen. Jetzt setzen wir uns für einen Einzug in die alte Viehhofbank ein.“ Und dann kommt der Pferdefuß: „Aber wir erwarten natürlich, dass sich der Freistaat auch an den Kosten für den Betrieb beteiligt, schließlich wird das Forum Humor eine überregionale Bedeutung haben. Halbe-Halbe wäre fair.“

Drei Millionen Euro Grundinvestition als Summe zum Starten würde das „Forum Humor und Komische Kunst“ benötigen. Eine Million soll davon bereits an Spenden da sein. Die laufenden jährlichen Betriebskosten wären dann nur noch bei 1,7 Million Euro. „Ich halte die vorgelegte Machbarkeitsstudie auch für seriös“, sagt Klaus Peter Rupp: „Und ich weiß auch, dass der Staat lieber einen einmaligen Betriebskostenzuschuss gibt, als jährlich sich zu beteiligen. Wenn die Summen staatlicherseits stimmen, gilt: Seitens der Stadt stolpert das Projekt nicht mehr!“

Da Wittmann das Ping-Pong-Spiel zwischen Stadt und Staat kennt, hat er natürlich auch schon beim Freistaat für das „Forum Humor und Komische Kunst“ geworben. Nicht zufällig hatte man den Scherz-Tag 1. April für den Termin beim Ministerpräsidenten Markus Söder gewählt.

Kunstminister Bernd Sibler (CSU) jedenfalls mag das Projekt. Er betont auf Anfrage der AZ: „Humor inspiriert, erfreut und macht vieles leichter! Humor ist für mich eine wichtige Zutat im täglichen Miteinander. Bei dem Forum Humor handelt es sich um ein spannendes, spartenübergreifendes Konzept. Ich bin zuversichtlich, dass gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann.“ Den Wunschtermin für die Eröffnung gibt es schon: Polts 80. Geburtstag 2022.
 

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