Comicfestival München: Bloody Mary gefällig?

Am Donnerstag (3. Juni) beginnt in der Alten Kongresshalle das Comicfestival München. Ein bisschen anders als gewohnt, dafür mit einem spannenden Ausstellungsparcours, der direkt in den Kosmos der Helden führt.
| Christa Sigg
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Thomas von Kummant hat das Plakat zum Comicfestival beigesteuert - natürlich mit den "Gung Ho"-Helden.
Thomas von Kummant hat das Plakat zum Comicfestival beigesteuert - natürlich mit den "Gung Ho"-Helden. © Thomas von Kummant

München - Rufus Himmelstoss würden die Augen übergehen. Ein Jaguar E-Type steht im Foyer der Alten Kongresshalle. Vollgetankt. Der Verschnitt aus Stenz, Spieler und Partyhengst könnte sofort auf Tour gehen ... nur ist Schwabing nicht mehr wild und Himmelstoss eine Figur aus der Zeichenfeder von Uli Oesterle.

Dennoch kann man ins schrille München der Siebziger Jahre eintauchen. Oesterle und die Macher des Comicfestivals München haben das Ambiente von "Vatermich" - so der Titel dieser Graphic Novel - aufgebaut. Das heißt, mit Diskokugel, psychedelischen Tapeten und eben dem tollen Flitzer.

Treffen mit Zeichnerinnen und Textern: Nicht spontan, aber möglich

Von Notlösung kann also nicht die Rede sein. Coronabedingt muss man zwar auf das übliche Durchblättern und Schmökern an den Verlagsständen verzichten, auch die Treffen mit den Zeichnerinnen und Textern sind nicht ganz so spontan möglich wie in früheren Jahren. Aber man kann nun in die Welt von "Gung Ho", Donald Duck, Max & Luzie und sogar in die schillernde Shakespeare-Zeit eintauchen.

Das beschert eine weitere, sehr sinnliche Erlebnisebene und gibt eine gute Vorstellung vom "Making-of", also vom Arbeitsprozess der Autoren. Kristina Gehrmann etwa führt mit fein kolorierten Drucken ins höfische Leben der "Bloody Mary", also der ersten Tochter Heinrichs VIII., dessen Frauen eher selten eines natürlichen Todes gestorben sind.

Beim Gung-Ho-Duo Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant herrscht Endzeit-Stimmung. Auch mit den blutrünstigen Reißern ist nicht zu spaßen. Doch vielleicht sind ja ein paar dieser Monster in Plüschform dabei.

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Die Sammlerseele kommt trotzdem nicht zu kurz. Gratishefte liegen aus, man kann bestellen und die Künstler im luftigen Biergarten neben der Kongresshalle treffen. Und um die üblichen Warteschlangen zu vermeiden, ist das Kassen-Team bei (gezeichneten) Autogrammwünschen behilflich. Leicht möglich, dass diese "museale" Festival-Version zum Prototyp für Künftiges wird.


Alte Kongresshalle, Am Bavariapark 14, U4/U5 Haltestelle Schwantalerhöhe, Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 19 Uhr, Eintritt 5 Euro plus 67 Cent Gebühr. Drei 3-stündige Timeslots (ab 10, 13.15 und 16.15 Uhr) sind über www.comicfestival-muenchen.de buchbar

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