Gestank macht glücklich - "Die Olchis - Willkommen in Schmuddelfing"

Der Animationsfilm "Die Olchis - Willkommen in Schmuddelfing" adaptiert die beliebte Kinderbuchreihe um müffelnde Müllliebhaber.
| Florian Koch
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Die Olchikinder Messi und Motte zeigen den Menschenkindern Lotta und Max ihre sympathisch schmutzige Welt. Foto: Wunderwerk Oetinger Leonine ZDF
Die Olchikinder Messi und Motte zeigen den Menschenkindern Lotta und Max ihre sympathisch schmutzige Welt. Foto: Wunderwerk Oetinger Leonine ZDF © Wunderwerk Oetinger Leonine ZDF

"Hübsch hässlich habt ihr's hier", bemerkte Heinz Rühmann einst mit spöttischem Witz zu seinen Feinden in seiner Paraderolle als Pater Brown. Die an sich widersprüchliche Wortwahl des geistlichen Hobby-Detektivs trifft auch bestens auf die Olchis zu. Die Olchis, das sind kleine grüne Wesen, ausgestattet mit großen Knubbel-Nasen und feinen Hörhörnern, mit denen sie sogar das Rülpsen von Regenwürmern wahrnehmen.

Ausgedacht hat sich diese im Müll lebenden und den Gestank liebenden Mini-Monster der in München lebende Grafiker und Kinderbuchautor Erhard Dietl. Mittlerweile hat die Auflage der 34 "Olchi"-Bände die Fünf-Millionen-Marke passiert. Was neben der liebevollen Schilderung der Großfamilien-Müllschlucker sicher auch der Tatsache geschuldet ist, dass Kinder in diesen Büchern genau das finden, was sie zuhause gar nicht dürfen.

Einblicke in den Alltag der Olchis wird es nicht geben

Wer sich nun von der ersten Olchi-Verfilmung sympathisch dreckige Einblicke in den Alltag der Olchis erhofft, dürfte etwas enttäuscht werden. Denn die erfahrenen Animations-Regisseure Jens Møller und Toby Genkel ("Ooops! Die Arche ist weg") ersetzen den charmant episodischen Charakter der Vorlage durch eine filmischere Konfrontation der verdrehten Olchi-Welt mit der Unseren.

Die Olchis sind hier als heimatlose Migranten gekennzeichnet, die mit ihrem harmlosen Drachen Feuerstuhl auf der Suche nach einem Zuhause sind. Da bietet sich Schmuddelfing mit seiner Müllkippe direkt vor den Stadttoren bestens an.

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Den Bewohnern geht der Gestank aber auf die Nerven. Ein Grund auch, warum sie sich so leichtfertig in die Hände des Baulöwen Hammer begeben, der Ihnen einen Wellness-Tempel und endlich wieder Tourismus verspricht. Max, der pfiffige Sohn des Bürgermeisters will mit seiner Freundin Lotta aber verhindern, dass die nichtsahnenden Olchis wieder ihre Bleibe verlieren.

Mit einem klaren Gut-Böse-Schema möchte der Film hier um Toleranz werben, das wichtige Thema Integration - auch wenn's einem erstmal stinkt - von fremden Kulturen spielerisch Kindern näherbringen (Altersempfehlung: ab vier Jahren).

Das hat dann nicht nur pädagogisch wertvolle, sondern durchaus witzige Züge, wenn Hammer den Olchis droht, dass "es bald hässlich wird", die sich von den Worten aber eher geschmeichelt fühlen. Wer aber mehr über die stilecht animierte, skurrile Welt der Olchis erfahren will, muss zur Buchvorlage greifen. Denn nur in Erhard Dietls Werken erfährt man auch, was an Kabelsalat mit Batteriesäure wirklich so schmackhaft ist.


Kinos: CinemaxX, Mathäser Royal, Regie: Jens Møller, Toby Genkel (D, 85 Min.)

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