Filmfest München abgesagt: Vernunft ist zumutbar

AZ-Kulturredakteur Volker Isfort über die Absage des Münchner Filmfests.
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Jedes Jahr ein Highlight im Münchner Veranstaltungskalender: das Münchner Filmfest.
Felix Hörhager/dpa Jedes Jahr ein Highlight im Münchner Veranstaltungskalender: das Münchner Filmfest.

Normalerweise ist Ende Juni, Anfang Juli die schönste Kulturzeit des Jahres: Opernfestspiele, Filmfest, Tollwood, Klassik am Odeonsplatz und vieles mehr. Davon wird wohl 2020 nichts übrigbleiben. Das Filmfest München hat nun als erster Großveranstalter die Situation realistisch eingeschätzt. Leiterin Diana Iljine kann dies aber auch nur deswegen tun, weil sie Stadt und Freistaat als größte Geldgeber mit im Boot hat.

Veranstalter müssen selbst für Schaden aufkommen

Private Veranstalter, wie zum Beispiel Tollwood, müssen auch weiterhin ein Festival vorbereiten, das es wohl nicht geben wird. Am Wochenende verjagte die Polizei wieder Menschen von Parkbänken – und Ende Juni säumen dann 30.000 Menschen an einem Sonnentag gleichzeitig das Tollwood-Gelände?

Die Politik möchte nicht den Miesepeter geben und hat bislang nur die Veranstaltungen bis 19. April untersagt. Private Veranstalter, die aus Vernunftsgründen Konzerte für Mai stornieren, müssen selbst für den Schaden aufkommen, weil es die Allgemeinverfügung dafür noch nicht gibt. Es wäre an der Zeit, den Veranstaltern endlich Planungssicherheit zu geben: Vernunft ist zumutbar.

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