"Es ist nur eine Phase, Hase": Peinlichkeiten der Mitvierziger

Die Komödie "Es ist nur eine Phase, Hase" widmet sich den Leiden der Mitvierziger. Die AZ-Kritik.
| Matthias Pfeiffer
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Christoph Maria Herbst in "Es ist nur eine Phase, Hase".
Christoph Maria Herbst in "Es ist nur eine Phase, Hase". © Majestic

Ja, mit dem Altern ist es ein Kreuz. Das merken auch Paul (Christoph Maria Herbst) und Emilia (Nicola Perot), die sich in der ganzen Mittelmäßigkeit des Mitvierziger-Daseins wiederfinden. Vollends aus den Fugen gerät ihre Beziehung, die immerhin drei Töchter hervorgebracht hat, als Emilia sich zu einem One-Night-Stand hinreißen lässt. Es hilft alles nichts, eine Pause muss her. Und so müssen Paul und Emilia mit den Höhen und Tiefen ihrer Generation, mit Geborgenheitsbedürfnis und Alterspubertät zurecht kommen.

"Es ist nur eine Phase, Hase" will krampfhaft jung  sein

Was hat Florian Gallenberger nun in "Es ist nur eine Phase, Hase" über den mutmaßlichen Absturz ins Alter zu sagen? Leider nichts von Belang. Lieber kramt er Geschlechterklischees und eindimensionale Typen aus der Mottenkiste und inszeniert einen Parcours der peinlichen Situationen. Wagt sich der Film dann doch mal an die Reflektion, wird es eher pathetisch als tiefsinnig.

Was jedoch am meisten auffällt, ist, dass "Es ist nur eine Phase, Hase" anscheinend selbst krampfhaft jung sein will. Der gefühlte Großteil der Witze spielt sich im Genital- und Analbereich ab. Schon in der ersten Viertelstunde wird man Zeuge von Pauls verzweifeltem Versuch eine Kugel aus dem Anus zu entfernen. Man kommt sich nicht mal spießig vor, wenn man sich hier an den Kopf fasst.

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Mit Christoph Maria Herbst hat der Film dann doch einen Höhepunkt zu bieten. Egal, wie peinlich oder oberflächlich das Geschehen ist, man sieht ihm doch (trotz lächerlicher Perücke) ganz gern zu, wie er den von allen Seiten Überforderten spielt. Das rettet natürlich nichts, sorgt aber immerhin für Sympathie-Punkte.

Kino: Arri, Cinemaxx, Mathäser, Rio, R: Florian Gallenberger (D, 105 Min.)

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