Diana-Film "Spencer": Düstere One-Woman-Show von Kristen Stewart

Kristen Stewart brilliert in "Spencer" als Prinzessin Diana. Der Film beleuchtet das royale Weihnachtsfest 1991, Regisseur Pablo Larrain verwandelt Sandringham dafür in eine Albtraumkulisse.
| (hub/spot)
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"Spencer": Diana (Kristen Stewart) am Billardtisch auf Schloss Sandringham.
"Spencer": Diana (Kristen Stewart) am Billardtisch auf Schloss Sandringham. © © Pablo Larraín, DCM

Verloren fühlt sich Prinzessin Diana (Kristen Stewart, 31) nicht nur zu Beginn von "Spencer". In dem Film, der am 13. Januar in die Kinos kommt, verfährt sich Diana auf dem Weg nach Sandringham. Dort verbringt die königliche Familie traditionell das Weihnachtsfest. Auch 1991 - es wird das letzte Mal sein, dass Diana mit der Familie ihres Ehemanns Prinz Charles (Jack Farthing, 36) feiert...

Darum geht's in "Spencer"

"Spencer" beleuchtet drei Tage lang das endgültige Ende der Ehe von Prinz Charles und Prinzessin Diana. Der chilenische Regisseur Pablo Larrain (45) macht Sandringham dafür zum Albtraum für Diana, untermalt mit melancholischer Musik und übernatürlichen Elementen.

Nicht nur draußen ist die Welt winterlich frostig, dunkel und kahl. Das royale Anwesen besteht im Film aus endlosen Korridoren und düsteren Zimmern. Stewart spielt eine Diana, die von der königlichen Familie isoliert und in das Korsett der strengstens festgelegten Abläufe gepresst wird - bis hin zu vorbereiteten Outfits, die mehrmals am Tag unter Aufsicht gewechselt werden.

Diana leidet unter Bulimie und Wahnvorstellungen. Und nicht zufällig hat jemand ein Buch über Anne Boleyn auf ihr Kopfkissen gelegt. Die zweite seiner sechs Ehefrauen ließ Heinrich VIII. 1536 hinrichten, nachdem sie am Hof in Ungnade gefallen war und Gerüchte über Hochverrat und Ehebruch über sie gestreut wurden. Ist das Buch eine Warnung an Diana? Anne Boleyns Geist spukt jedenfalls durch den Film.

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Unter dem Personal in Sandringham hat Diana Vertraute, aber auch diese sind Teil des Systems, das für sie längst zur Qual geworden ist. Die Frau des Thronfolgers muss mit allen Mitteln dazu gebracht werden, mitzulaufen. Während die königliche Familie den gesamten Film über nur eine Randerscheinung ist, wacht darüber vor allem Major Gregory (Timothy Spall, 64). Er ist es, der Diana immer wieder einfängt, wenn sie versucht, aus den Zwängen und dem Haus auszubrechen. Doch während sich Diana zunächst noch zu ihren Söhnen William und Harry flüchtet, fällt sie schließlich eine Entscheidung, die ihr Leben für immer verändern wird.

Fazit

Wer ins Kino geht, um dem tristen Corona-Winter für eine Zeit lang zu entkommen, wird mit "Spencer" wohl nicht glücklich. Zu düster und von Unglück gezeichnet ist die Atmosphäre des Films. Dafür dürfen sich die Zuschauer auf eine herausragende Hauptdarstellerin freuen. Kristen Stewart brilliert als Diana, die sich erdrückt und eingesperrt fühlt - und trotz vieler Zweifel und Leiden zum Befreiungsschlag ausholt. "Wir wollten kein Dokudrama machen, sondern aus Elementen der Realität und unserer eigenen Vorstellung das Leben einer Frau mit den Mitteln des Kinos erzählen", erklärt Pablo Larraín über sein Werk. Nicht nur Fans von Prinzessin Diana werden mitleiden in dieser auf wenige Tage verdichteten Geschichte einer gescheiterten Ehe.

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