Festival Survival-Guide für das Summer Breeze Open Air

Aller Anfang ist schwer, und auch, wenn man es nicht glauben will, das gilt auch für das erste Festival.
| Alisa Blöchl
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Aller Anfang ist schwer, und auch, wenn man es nicht glauben will, das gilt auch für das erste Festival.

Ein normaler Festivaltag beginnt meistens zwischen acht und neun, wobei man hinzufügen muss, dass der letzte erst um ca. vier aufgehört hat. Man wird nicht unbedingt durch Lärm geweckt, es ist viel mehr die Bullenhitze, die sich jeden Morgen in dein Zelt schiebt und dich fast umhaut. Wer dann immer noch weiterschlafen möchte, wäre gut beraten, wenn man zwei Schlafsäcke mitnimmt, bzw. im Zwiebelringprinzip schläft. Nacht dem fluchtartigen Verlassen des Zeltes brummt meistens der Schädel, denn so wirklich auskuriert ist man nach 4 Stunden Schlaf nicht wirklich. Also müssen Maßnahmen ergriffen werden:

Kaltes Wasser, Ordentliches Essen und einen Tiefen Schluck Radler. Schmeckt nicht so ekelhaft, wie warmes Dosenbier, reicht aber, um den Kater in den Griff zu bekommen. Nächster Tagesordnungspunkt: Planung der Konzertbesuche. Dank der vorab online gestellten Running-Order weiß jeder, wann und wo die Bands spielen. Am besten schon fertig ausgedruckt und mit Präferenzen versehen irgendwo an die Autoscheibe kleben. So erhält man ganz schnell den nötigen Überblick. Allerdings sollte man folgende Faustregel beachten: Umso mehr Bands man sich an einem Tag ansehen möchte, desto weniger Alkohol sollte im vor hinein fließen. Angetrunken zwischen einer riesen Menschenmasse zu stehen, die sich bewegt, kann mit unter sehr anstrengend werden.

Lieber auf Wasser und andere alkoholfreie Getränke umsteigen, gerade bei der Hitze sehr im Gegensatz zum Alkohol zu empfehlen. Nach getaner Körperpflege, zuweilen als Wasserersatz wird auch Bier verwendet, geht der eigentliche Festivaltag los. Erste Prämisse: Raus aus der Sonne! Außer du hast dich über und über mit Sonnencreme eingeschmiert. Zweiter Helfer in der Not ist Panthenol, kühlt verbrannte Haut und es schmerzt auch nicht mehr so. Sachen wie Blasenpflaster und Fenestilgel sind unverzichtbare Utensilien. Nachdem man dem ganzen Ungeziefer her geworden ist, kann der spaßige teil losgehen. Es stehen auf dem Programm: Flunkyball (Ein Trinkspiel, das viel mit Kegeln gemein hat), Schwimmen gehen, neue Leute kennen lernen (Englisch ist dann und wann wirklich von Vorteil) und natürlich die Bands ansehen.

Auf dem Summer Breeze gibt es zwei große Bühnen. Die Mainstage (Hauptbühne) und die Painstage (Nebenbühne). Jetzt ist die große Frage: Wo stellt man sich am geschicktesten hin? Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Je nach Intention, also will man sich das Konzert nur ansehen, oder will man wirklich abgehen und mit dabei sein, sollte man sich gut überlegen wohin man sich stellt. Wenn die Wahl auf ersteres fällt ist die beste Stelle zwischen den Bühnen vor der großen LED-Leinwand: Guter Sound, relativ viel Platz und gute Sicht. Wenn man allerdings mittendrin statt nur dabei sein möchte, sollte man besser schon ca. eine halbe Stunde vor Beginn aufs Festivalgelände gehen und stellt sich Pi mal Daumen in das erste Drittel vor die Bühne. Da geht's am meisten ab, man steht mitten im Pogo und Spaß ohne Ende ist definitiv vorprogrammiert.

Allerdings: Egal wo man steht, man sollte sich immer wieder einmal umdrehen, um die sog. Crowdsurfer (sehr witziges Phänomen: Leute lassen sich hochheben und surfen auf den Armen der Menge bis vor zur Bühne, wo sie von den Securities wieder sanft auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht werden) im Auge zu behalten. Tatkräftige Unterstützung wird hierbei verlangt: Also mit anpacken, so hat jeder davon etwas. Jeder ist gut beraten sich vorher gut zu überlegen, wo man sich hinstellt, so kommt sich keiner ins Gehege und jeder ist da, wo er für sich am meisten Spaß erwarten kann. Nächster ganz wichtiger Punkt: Trinken auf dem Festivalgelände. Wie die letzten fünf Jahre zeigen, ist es während des Summer Breeze meist sehr heiß und viele vergessen dabei leider, dass der Körper dann und wann einfach auch mal einen Schluck Wasser braucht, um zu funktionieren.

Gerade in der Menge des Publikums wird es oft noch heißer, was dann ganz schnell zur Überhitzung führen kann. Also liebe Leute denkt daran, immer etwas Wasser bei euch zu haben. Auch wenn auf dem Festivalgelände keine großen Flaschen erlaubt sind, so reichen doch 0,5 Plastikflaschen aus, um den ärgsten Durst zu stillen. Nachdem man die Bands, die man sich für diesen Tag ansehen wollte,gesehen hat. Geht’s wieder zurück zu den Zelten. Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, bringt sich allerlei Fertiggerichte selbst mit. Am einfachsten zuzubereiten sind Instant-Gerichte.

Ein kleiner Campingkocher ist daher ein absolut praktisches Utensil, um Wasser und Dosengerichte zu erwärmen. Allerdings sollte man gut Acht auch auf die kleinen Gaskartuschen geben. Die vertragen sich nämlich erfahrungsgemäß schlecht mit direkter Sonneneinstrahlung. Am besten lagert man sich an einem schattigen, nicht allzu heißen Plätzchen. Im Stehen isst es sich meist unbequem, also denkt an eure Campingstühle. Die solltet ihr aber, wenn sie mal eine Zeit lang unbesetzt sind, in euer Zelt räumen, denn einige vergessen ihre Stühle und wenn man Pech hat, ist der eigene Stuhl auf nimmer Wiedersehen verschwunden.

Sobald die Dämmerung über dem Summer Breeze hereinbricht, wird es schlagartig kühler. Genau für diese Momente sollte eine lange Hose und z.B. ein Fleece bereit liegen. Da man sich tagsüber fast nur draußen in der prallen Sonne aufhält, ist der Körper extrem aufgeheizt und tut sich meist schwer daran, sich an die kühleren Temperaturen zu gewöhnen. Mit Hilfe von warmen Klamotten, kann man dem recht gut entgegenwirken, also wie gesagt: Nicht nur kurze Klamotten! So gegen 3 Uhr werden die meisten müde und gehen schlafen.

Allerdings hält das niemanden davon ab sich zu unterhalten, Musik zu hören und die Bands spielen sowieso noch. Jeder, der sich nicht ewig herum wälzen will, sollte dringend Ohrenstöpsel mitnehmen. Zwar gibt es die auch im Festivalpackgage, doch gibt es z.B. in der Drogerie qualitativ hochwertigere, die ich nur empfehlen kann. Nachdem bei fast allen die Äuglein zugefallen sind, ist es fast still auf dem Summer Breeze, aber eben nur fast! Trotz der körperlichen Anstrengung lohnt es sich jedes Jahr wieder aufs Neue und ich hoffe, dass ich dem ein oder anderen „Festivalanfänger“ hiermit etwas weiterhelfen konnte. In diesem Sinne: In wenigen Tagen geht’s los!

 

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