Fast wie im echten Leben

Jutta Speidel und ihr Lebensgefährte Bruno Maccalini drehen eine ARD-Komödie
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Jutta Speidel und ihr Lebensgefährte Bruno Maccalini drehen eine ARD-Komödie

Auch im Leben einer erfahrenen Schauspielerin wie Jutta Speidel gibt es immer noch ein erstes Mal. „Oh, ich bin noch nie auf ’nem Motorrad hinten gesessen“, ruft die Münchnerin lachend, als sie am Set des ARD-Films „Alle meine Lieben“ (Arbeitstitel) zusammen mit Bruno Maccallini auf einer Harley Davidson posieren soll. Sich aneinander zu schmiegen, das sei aber „wie im echten Leben“, scherzt die 54-Jährige, die mit dem 48-jährigen Italiener seit Jahren liiert ist.

Bis 15. Oktober stehen die beiden in München und Umgebung vor der Kamera, für einen „turbulenten Familienfilm“, wie die ARD ihre Produktion bewirbt. Maccallini fühlt sich wohl – auf dem Motorrad und in seiner Rolle als Feinkostladen-Mitarbeiter Michele, der mit seiner Chefin Sonja (Speidel) ein heimliches Verhältnis hat. Diese freut sich, nachdem die Kinder aus dem Haus sind, auf eine neue Beziehung mit dem jüngeren Mann. Doch dann stehen plötzlich die Kinder und Ex-Mann Willi (Heinz Hoenig) wieder vor der Tür.

Der nette Italiener spielt einen Italiener

„Sonst spiele ich den Casanova, aber hier nun einen Draufgänger. Und erstmals stehe ich mit einem Tattoo vor der Kamera – meine Tochter würde es mögen“, erzählt Maccallini, der nette Typ aus der Kaffeewerbung („Isch ’abe doch gar kein Auto“), der nun koffeinhaltige Getränke bewirbt.

Mit seinem Partner zu spielen, habe Vor- wie Nachteile, sind sich die beiden Darsteller einig. „Sie ist auch eine gute Sprachtrainerin und sagt mir, wie ich etwas besser formuliere oder wenn mein Akzent falsch ist“, beschreibt Maccallini die Vorzüge. „Aber es ist auch manchmal stressig, wenn wir zwölf Stunden am Tag arbeiten, dann die Nacht miteinander verbringen und am nächsten Tag schon wieder am Set stehen.“

Gestörte Liebesszenen

Speidel wäre es unangenehm, „eine Sexszene mit ihm zu drehen“, gibt sie unumwunden zu, „das wäre uns zu intim“. Bei dem aktuellen Film kommt es dazu ohnehin nicht. „Wir haben zwar mindestens fünf Liebesszenen – aber es gibt immer einen Störfaktor.“ Das sei der „Running Gag“ in der „kurzweiligen Geschichte“. Für Lacher abseits der Kameras sorgt zudem Speidels Hund „Gino“, der am Set herumwuselt.

Auch für Hoenig hat die Arbeit etwas Familiäres. „Die Hälfte der alten Familie ist da“, erzählt er mit Blick auf das Team rund um Produzent Karl Spiehs und Uli Kudicke hinter der Kamera.

Auch wenn Jutta Speidel wie sonst oft diesmal nicht selbst an dem Drehbuch für die Komödie mitgewirkt hat, hat sie doch einige spezielle Momente in den Film eingebracht. Sie hat zum Beispiel angeregt, ihren (Schauspiel-)Partner eine lange Lederhose im Trachtenstil tragen zu lassen. Besonders lustig an den „tipisch Bayern trousers“, die er auch auf dem Oktoberfest tragen will, findet Maccallini den Hosenlatz, auch wenn er diesen noch nicht als solchen bezeichnen kann, weil er das Wort dafür nicht kennt.

Dagegen hat Speidels zweite Idee, „dass ab und zu ein typisch bayerisches Wort fällt wie ,Depp’“, schon in den Wortschatz des Römers gefunden: „Depp war für mich bisher bloß Johnny Depp.“ Wann sich die Zuschauer von den bayerischen Qualitäten des Italieners überzeugen können, ist aber offen: Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Ursula Quass

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