Einfach er - Udo Jürgens in München

Keine Sekunde lässt Udo Jürgens Zweifel aufkommen, warum er seit Jahrzehnten konkurrenzlos ist. Das Konzert in der Münchner Olympiahalle.
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Udo Jürgens: im weißen Bademantel nimmt er die Ovationen entgegen.
Dorothee Falke Udo Jürgens: im weißen Bademantel nimmt er die Ovationen entgegen.

MÜNCHEN - Keine Sekunde lässt Udo Jürgens Zweifel aufkommen, warum er seit Jahrzehnten konkurrenzlos ist. Das Konzert in der Münchner Olympiahalle.

Samstag, 22.50 Uhr in der Olympiahalle: Udo Jürgens beginnt mit „Siebzehn Jahr“ im obligatorischen Bademantel allein am Flügel den allerletzten Zugabeblock, ein Hit-Medley, das ihn bis zu „Liebe ohne Leiden“ führt. Minutenlang werden Tausende Fans den Song weiter singen, auch als der 75-Jährige die Bühne längst verlassen hat. Der triumphale Ausklang eines Konzerts, in dem Udo Jürgens – ganz bewusst – die Regeln der Showdramatik unterläuft. Zwar heizt die Pepe-Lienhard-Band kurz nach acht mit einigen Hits instrumental ein, der Star allerdings knallt seine populärsten Stücke alle erst im letzten Show-Drittel raus. Davor gibt er den Mahner, der die zu Schlager-Symphonien ausgeweiteten Stücke zur Finanzlage, Computerwelt und Klimaerwärmung auf unserem Narrenschiff etwas langatmig als Conférencier einleitet.

Gags wie „die SPD hat mehr abgenommen als Beckhams Frau“ sind schon die kabarettistischen Highlights. Keine Sekunde aber lässt Jürgens Zweifel aufkommen, warum er seit Jahrzehnten konkurrenzlos ist. Mit kraftvoller Stimme, riesigem Pathos und wohldosierten Tanzeinlagen hat er sein Vier-Generationen-Publikum fest im Griff. Nach „Ich war noch niemals in New York“ gibt es kein Halten mehr, obwohl Jürgens und Gastsänger den Song mit zehnminütigem Broadway-Medley zum überambitionierten Mini-Musical ausbauen.

Seine ewige Jugend – Jürgens wirkt wie der junge Bruder von Brian Ferry – holt er sich auf der Bühne. Mit ausgebreiteten Armen empfängt er die Ovationen, genug Energiegewinn, damit die „Einfach ich“ Tour kein Abschied ist.
vi

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