Clubs in Bayern dürfen wieder öffnen - Neue Freiheit?

In den Clubs darf man ohne Masken tanzen. Für den Rest der Kultur gelten strengere Regeln.
| Volker Isfort Robert Braunmüller
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Körperkontakt, Getränke und laute Musik: In Diskotheken herrscht seit 1. Oktober die Normalität wie vor der Pandemie.
Körperkontakt, Getränke und laute Musik: In Diskotheken herrscht seit 1. Oktober die Normalität wie vor der Pandemie. © picture alliance/dpa

Neue Freiheit? Die Tür bleibt hart. Wer aber die Gesichtskontrolle durch den Türsteher passiert hat, geimpft, genesen oder PCR-getestet ist, darf hinein in die neue Normalität der Masken- und Tanzfreiheit. Seit Freitag sind laute Musik, Tanzen ohne Abstand und der Verkauf von Getränken an der Bar ist in den Diskotheken erlaubt. 

Für Alkohol gelten unterschiedliche Regeln

Das ist für die Club-Betreiber schön, und allen Tanzwilligen sei es gegönnt. Aber die Bayerische Staatsregierung muss sich die Frage gefallen lassen, wieso sie die Maskenpflicht dann nicht auch in Theatern und Konzertsälen aufhebt. Warum dürfen in Clubs alkoholische Getränke verkauft werden? In der Bayerischen Staatsoper dagegen wird dem Publikum der Pausensekt verweigert, weil oberhalb von 1000 Besuchern nach der Infektionsschutzverordnung noch immer Alkoholfreiheit gilt - offenbar um torkelnde Besucher zu verhindern, die bei der Wirtshauswiesn augenzwinkernd toleriert werden.

Viele Veranstalter sagen weiterhin Konzerte ab

Übrigens darf offensichtlich alkoholisierten Personen der Zutritt zu größeren Kulturveranstaltungen laut Infektionsschutzverordnung nicht gewährt werden. Im Wirtshaus hingegen das sich offensichtliche Alkoholiseren erlaubt und gewünscht. Das ist nur eine der vielen Regelungen, die den Verdacht nahelegt, dass auch die Bayerische Staatsregierung allmählich unter Long Covid leidet.

Denn auch die Lockerung für Clubs bringt Veranstaltern von Rockkonzerten wenig. Will das zahlende Publikum mit Maske in Hallen stehen und dabei nicht einmal ein Bier trinken dürfen? Die meisten Veranstalter glauben nicht daran. Auch deswegen sagten vergangene Woche Bands wie Die Ärzte oder Santiano ihren Tourneen durch elf verschiedene Infektionsschutzbestimmungen in 16 Bundesländern ab. Die Normalität muss im deutschen Regelwahnsinn noch ein bisschen warten.

Münchner Theaterbetreiber sind unentschlossen

Seit Beginn der Pandemie gelten kulturelle Einrichtungen als Virus-Brutstätten, obwohl von der Staatsregierung beauftragte Wissenschaftler längst das Gegenteil nachgewiesen haben. In den Münchner Theatern hat niemand große Lust, sich zu diesem Thema zu äußern. Teilweise wird die Ansicht vertreten, das Publikum würde sich bei einer Aufhebung der Maskenpflicht nicht mehr sicher fühlen und fernbleiben. Andererseits dürften nicht wenige Besucher davor zurückschrecken, stundenlang maskiert im Theater oder im Konzert zu sitzen.

Vermutlich trifft beides zu. Harte Zahlen gibt es dazu nicht. Aus den Theatern ist zu hören, dass der Besuch der Veranstaltungen derzeit zwar zufriedenstellend sei, meistens gäbe es allerdings noch Restkarten. Im Herkulessaal bleibt derzeit der Rang links und rechts unbesetzt. Die bisherigen Konzerte des BR-Symphonieorchesters und die musica viva im Prinzregententheater waren etwas schlechter besucht als sonst. Um den Besuch in der bald eröffnenden Isarphilharmonie muss man sich wohl keine Sorgen machen: Da wird die Neugierde über die Maske siegen.

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Im Saarland wird Neues gewagt

Im Saarland ist man seit Freitag einen Schritt weiter: Ab sofort versprach Generalintendant Bodo Busse "Theatergenuss ohne Einschränkungen" wie Abstandsregeln oder das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. "Wer weiter eine Maske tragen will, kann das natürlich tun. Das kann jeder frei entscheiden." Aus organisatorischen Gründen würden die Theater aber erst eine Woche später wieder vollständig besetzt. Und natürlich gilt im Saarland auch für diese neue Freiheit die 3G-Regel.

Hamburg führt flächendeckend 2G-Regel ein

In Hamburg werden ab Anfang November keine Tests mehr akzeptiert: Hier gilt 2G beim Besuch der Staatsoper oder der Elbphilharmonie: Die ganz harte Tür also, die für Impfunwillige dauerhaft verschlossen bleibt. Und zugleich die überfällige Einlösung des Versprechens der Politik, dass für alle Geimpften so schnell wie möglich Normalität einkehrt.

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