Nikolaus Bachler hört 2021 auf

Nikolaus Bachler hört 2021 als Intendant der Bayerischen Staatsoper auf – mit dem Generalmusikdirektor
| Robert Braunmüller
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Kunstminister Ludwig Spaenle, Generalmusikdirektor Kirill Petrenko und Intendant Nikolaus Bachler im Nationaltheater (v.l.)
Myrzik/Jarisch Kunstminister Ludwig Spaenle, Generalmusikdirektor Kirill Petrenko und Intendant Nikolaus Bachler im Nationaltheater (v.l.)

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle muss nicht nur bald einen neuen Generalmusikdirektor suchen, sondern auch einen neuen Intendanten für die Bayerische Staatsoper finden. Nikolaus Bachler wird das Haus im Jahr 2021 gemeinsam mit Generalmusikdirektor Kirill Petrenko verlassen. „Plus-minus zehn Jahre als Leiter eines Theaters sind genug“, sagte Bachler der Deutschen Presse-Agentur.

Wirklich heiß ist diese Nachricht nicht. Bachler hat bereits mehrfach angedeutet, nach acht gemeinsamen Jahren mit Kirill Petrenko keine Vertragsverlängerung über 2021 hinaus anzustreben. „Wir haben uns vorgenommen, 2021 gemeinsam hier aufzuhören, und das tun wir auch“, sagte er schon öfter.

Petrenko bleibt bis 2020 Generalmusikdirektor, 2019 übernimmt er zusätzlich das Chefdirigenten-Amt der Berliner Philharmoniker. In der Saison 2020/21 wird er nur noch als Gastdirigent in München arbeiten. Über die Nachfolge werde zu gegebener Zeit entschieden, orakelt das Kunstministerium pflichtgemäß.     

Intendant ist ein fahrender Beruf

Bachler hat erst im vergangenen Jahr seinen Vertrag bis 2021 verlängert. Es soll die letzte Verlängerung bleiben. „Man muss weiterziehen“, sagt Bachler. „Es ist ein fahrender Beruf.“ Was er nach 2021 mache, wisse er noch nicht, sagt er. Immerhin wird Bachler 2021 auch seinen 70. Geburtstag feiern. „Vielleicht stoße ich nochmal eine ganz neue Tür auf“, sagt er. Eines sei aber sicher: „Ich werde nicht noch einmal ein großes Haus übernehmen. Das habe ich lange genug gemacht in meinem Leben.“

Bachler stammt aus der Steiermark. Nach der Ausbildung am Wiener Reinhardt-Seminar folgten Engagements als Schauspieler an Bühnen Deutschlands und Österreichs. 1990 spielte er den Samiel in Niels-Peter Rudolphs „Freischütz“-Inszenierung im Nationaltheater. Er war künstlerischer Leiter der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, Intendant der Wiener Festwochen und von 1996 bis 1999 Direktor der dortigen Volksoper.

Von 1999 bis 2008 leitete er das Burgtheater, anschließend kam er nach München. Damals war noch Kent Nagano Generalmusikdirektor, der nach einem Machtkampf mit dem Intendanten 2013 das Haus verließ.

Die Staatsoper kann unter Bachler hervorragende Auslastungszahlen vorweisen. Das musikalische Niveau ist unter Petrenko besser denn je, die Inszenierungen sind umstritten genug, um das Publikum neugierig zu machen, aber nie so provozierend, dass die Leute wegbleiben. Bachler gelingt es, Stars wie Jonas Kaufmann fest ans Haus zu binden. Auch der Sänger-Nachwuchs wird nachhaltig gefördert.

 

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