Leichte Muse & Pfusch am Bau

Christian Ude und Helmut Schleich eröffnen kabarettistisch und mit befreiendem Witz  das Deutsche Theater bei einem Festakt nach einer langen, teuren Umbauzeit
| Robert Braunmüller
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Charlotte Knobloch, Christian Ude und Edith von Welser-Ude am Brunnen vor dem Haus.
Gregor Feindt 4 Charlotte Knobloch, Christian Ude und Edith von Welser-Ude am Brunnen vor dem Haus.
Damen-Runde (v.l.): Uschi Ackermann, Dr. Antje-Katrin Kühnemann, Alice und Ellen Kessler
Agentur Schneider-Press/Frank Rollitz 4 Damen-Runde (v.l.): Uschi Ackermann, Dr. Antje-Katrin Kühnemann, Alice und Ellen Kessler
Unter den Gästen: Schlagerkomponist Ralph Siegel.
Gregor Feindt 4 Unter den Gästen: Schlagerkomponist Ralph Siegel.
Neugierig auf die neue Spielstätte: Schauspieler Dieter Landuris.
Gregor Feindt 4 Neugierig auf die neue Spielstätte: Schauspieler Dieter Landuris.

Christian Ude und Helmut Schleich eröffnen das Deutsche Theater kabarettistisch und mit befreiendem Witz bei einem Festakt nach einer langen, teuren Umbauzeit

"Willkommen, bienvenue, welcome“: Mit den Worten des Conferenciers aus dem Musical „Cabaret“ begrüßte Christian Ude die Gäste des Festakts zur Wiedereröffnung. Dann verwandelte sich der Oberbürgermeister auf der Bühne in einen Kabarettisten: Das frisch renovierte Deutsche Theater sei nicht nur die Heimstätte der leichten Muse, sondern auch jene des Pfuschs am Bau, befand er im Hinblick auf die langwierige Sanierung, die durch Mängel aus dem Erbauungsjahr 1896 erschwert und verzögert wurde.

Am schönsten seien in München ja die Bauten, die es gar nicht gäbe, lästerte der scheidende OB in Anspielung auf den vom Staat geplanten und von der Presse so geliebten Konzertsaal, für den es noch nicht mal einen Bauplatz gibt. Ude wünschte den Stadträten und allen Gästen ein langes Leben – aber nicht so lange, als dass sie auch noch die nächste Sanierung des Theaters in einem Vierteljahrhundert miterleben müssten.

Horst Seehofer war wegen der gleichzeitigen Filmpreis-Verleihung verhindert. Er hätte wohl noch keine Meinung zum Theater, weil die Mehrheit der Bayern auch noch keine hat, befand der Überraschungsgast Franz Josef Strauß (Helmut Schleich). Er lästerte über den Begriff „Minimalsanierung“, die eine „contradictio in adiecto“ sei – ein Widerspruch in sich. Und eine mutwillige Gefährdung des Bauwirtschaftsstandorts Bayern. Die roten Versager von der Münchner SPD hätten nur eine Überschreitung der Bausumme von 30 Prozent geschafft – typisch für diese 20-Prozent-Partei. Da war der Erich Kiesl (CSU) schon ein anderes Kaliber: In seiner Zeit als OB steigerten sich die Kosten von drei auf 54 Millionen Mark. Er hatte halt eine Null vergessen – sich selber.

Am Ende von Schleichs Rede tobte der Saal wie beim Politischen Aschermittwoch. Dann spielten die Münchner Philharmoniker unter Asher Fisch nach Gershwins „Rhapsody in Blue“ und als Vorgeschmack auf die erste Premiere die Symphonischen Tänze aus Leonard Bernsteins „West Side Story“. Mit diesem Musical beginnt nach den Bällen am 19. März die Theatersaison. Und die läuft gut an: 90 266 Karten wurden bis Freitag schon verkauft.
 

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