Kabarettist Springer: "Unsere Debatten sind pipifax"

Kabarettisten untereinander dürfen nach Ansicht von Christian Springer (56) ruhig streiten - und das auch heftig. "Zum einen wird mir vorgeworfen, ich betriebe Kollegenkritik. Aber wenn ein Künstler sich in Welten bewegt, die für unsere Gesellschaft schädlich sind, dann darf ich da Kritik üben, ob er jetzt ein Kollege ist oder nicht - was soll denn der Schmarrn", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe). "Unsere Debatten heute sind doch alle Pipifax gegen die Wortgefechte in den 60er Jahren. Das ist heute alles harmlos, wir halten nur nix mehr aus, das ist das Problem."
| dpa
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Kabarettist Christian Springer.
Kabarettist Christian Springer. © Christian Springer
Passau

Aussagen über fehlende Meinungsfreiheit hierzulande findet er falsch. "Du kannst doch heute alles sagen, was du willst", sagte er der "PNP". "Heute kann ich ohne Maske vor dem Bundestag demonstrieren und sagen "Corona gibt's nicht." Da zu sagen, wir leben in der Diktatur, ist einfach Quatsch."

Springer hatte sich nach dessen Blackfacing-Aktion im Bayerischen Rundfunk beispielsweise kritisch über seinen Kollegen Helmut Schleich geäußert. Der war in seiner Sendung "SchleichFernsehen" Anfang April in die Rolle eines in Afrika lebenden Sohnes des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Strauß (CSU) geschlüpft - und hatte für seinen "Maxwell Strauß" das Mittel des Blackfacings genutzt. Zahlreiche Kritiker nannten das rassistisch.

"Die Zeiten ändern sich, und jetzt sind wir in einer Zeit, wo sich Menschen, die sich ausgegrenzt fühlen, zu Wort melden und gehört werden. Das ist gut so", sagte Springer. "Wenn Leute mit anderer Hautfarbe sagen, da fühle ich mich beleidigt, dann sollte man darauf Rücksicht nehmen."

© dpa-infocom, dpa:210522-99-701561/2

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