Hazel Brugger: Wie Oliver Kahn ihr mal zwei Bananen stahl

Hazel Brugger berichtet Kurioses aus ihrem Leben und nimmt die Zuschauer aufs Korn.
| Mathias Hejny
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Hazel Brugger.
Hazel Brugger. © Foto: Peter Hauser

Die drei Münchner Gastspiele firmieren als Vorpremieren und am Ende wird das Publikum nach seiner Zufriedenheit befragt. Nutzer von Onlinedienstleistern kennen dieses lästige Marketingtool: Kaum ist das Paket im Haus, wird der Kunde aufgefordert, das Ausmaß seiner Zufriedenheit zu dokumentieren.

Hazel Brugger lässt Münchner Gastspiel evaluieren

Früher hätte sich Hazel Brugger darüber lustig gemacht und das Thema mit einem Witz über Leute, die im Bett bei der Zigarette danach fragen, wie sie denn waren, abgehakt. Aber mit ihrem neuen Programm "Kennen Sie diese Frau?" ist die Zürcher Sarkasmus-Queen kommunikativer geworden, als wir sie bisher kannten.

Sie redet viel mehr mit den Leuten und fast scheint es, sie wolle etwas über sie erfahren. Aber natürlich ist die zutrauliche Interaktion nur eine weitere Quelle für die Gags eines Entertainment-Profis. Sich stark verspätet mit einem beliebten Marken-Eis am Stiel in die erste Reihe zu schleichen, wie es eine Mutter und ihr 15-jähriger Sohn am ersten Abend taten, kann einen zum Running-Gag über Mütter, pubertierende Kinder und Magnum mit Mandeln machen. Seit fünf Monaten ist die Comedienne - die im vorigen Programm "Hazel Brugger passiert" über Babys lästerte, Süßsein sei das einzige, was ein Säugling könne und auch der einzige Grund, ihn nicht zu töten - selbst Mutter.

Hazel Brugger ist mittlerweile selber Mutter

Ihr überwiegend vergeblicher Kampf darum, eine "coole Mutter" zu sein, ist eine ihrer vielen Lach- und Sachgeschichten, und damit bleibt sie eine der coolsten Socken im aktuellen Comedy-Gewerbe. Das Leben mit dem ersten Baby erinnere sie an eine Lebensmittelvergiftung in Vietnam: Heute ist das eine witzige Story, "aber damals fanden wir es noch nicht lustig".

Auch Thomas Spitzer, der Gatte, Kindsvater und Künstlerkollege, ist anders als der Mann, den sie, wenn überhaupt, geheiratet hätte. Er sei nicht nur Deutscher, sondern sehe auch so aus und benehme sich so. Und wenn Hazel Brugger emotional überschäumt, dann hört sich ihre Zuneigung zu einem Liebsten aus Deutschland so an: "Lass mich der Stock in deinem Arsch sein!"

Brugger und ihre kühle Brillanz der Boshaftigkeit

So viel Liebesglück schadet ein wenig der kühlen Brillanz ihrer Boshaftigkeit, für die sie ihre Fans wiederum so lieb haben und die sich deshalb wieder geduldig in eine lange Schlange auf der Boschbrücke vor dem Innenhof des Deutschen Museums stellen. Aber die Büchse der Hazel ist wieder prall gefüllt sowohl mit rücksichtslos selbstironisch Autobiogafischem und hellwach beobachteter Gegenwart. Wenn sie sie öffnet, ergießen sich die kuriosesten und komischsten Geschichten in eine seltsame Welt.

Das kann Shopping im Gastronomen-Großhandel sein, das Verhältnis der Deutschen zu Brot und Bier, eine Nacht mit der schwer erkälteten Patti Smith oder wie ihr Oliver Kahn aus der Garderobe zwei Bananen stahl. Es gibt auch Tiergeschichten wie die von Pferden und Eseln oder dass Pferde nach dem längeren Genuss von Crystal Meth aussehen wie Esel. Politik allerdings fällt aus, denn die findet der Star aus Satire-Sendungen wie "Die Anstalt" oder "Heute-Show" inzwischen langweilig.

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