Hollescheks "Grenzgänger": Kulinarische Literatur

Kurzgeschichtenfestival: Die "Grenzgänger" sind gezwungenermaßen diesmal im Netz - aber mit Livemusik und einem Menü, das man sich jetzt noch für zuhause zuschicken lassen kann.
| Adrian Prechtel
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Initiator und Veranstalter Otger Holleschek.
Initiator und Veranstalter Otger Holleschek. © h&s

München - In dieser Zeit schon mal vor Wut gekocht?", fragt Otger Holleschek, ein Mann der uns Münchnern seit 30 Jahren Feiern organisiert, die neben Spaß auch noch Hirn und Herz ansprechen, also das Gegenteil sind von gelangweilten Cocktail-Events zum Rumstehen. 

Aber es gibt noch ein anderes Lieblingsprojekt von ihm: "Grenzgänger" - und die 26. Ausgabe dieses Kurzgeschichten-Festivals hätte natürlich den Corona-Beschränkungen zum Opfer fallen können. Schließlich geht es um Live-Lesungen und eine Publikumsabstimmung für den Publikumspreis, dotiert mit 2.000 Euro. Aber der Veranstalter ist eben dieser Holleschek, der nur kurz "vor Wut kochte" und dann das Ganze elegant ins Internet verlagert hat.

Wie bekommt der Zuhörer beim Streamen mehr als Lesungen?

Das machen zur Zeit natürlich viele mit ihren Veranstaltungen, aber Holleschek versucht immer etwas Besonderes aus einer Situation zu schaffen. Denn sein "Vor-Wut-kochen" hat er in die Idee verwandelt, dass der Zuhörer beim Streamen mehr bekommen muss als Lesungen, auch wenn wieder die Schauspielerin Mascha Müller die vier Siegertexte lesen wird.

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"Eingereicht waren fast tausend Texte aus allen deutschsprachigen Ländern", sagt Holleschek. Vier, jede so 20 Minuten lang, sind von einer Jury ausgewählt worden. "Neu ist, dass wir auch Livemusik haben, die die jeweilige Geschichte atmosphärisch einführt", sagt Holleschek. Enrique Ugarte und Lisa Wahlandt sind die beiden DJs und Soundmixer.

Holleschek: "Und das Essen kommt dann postalisch"

Holleschek ist aber klar, dass man Zuschauer, beziehungsweise Zuhörer nicht sundenlang vor dem Bildschirm bannen kann. Bei vier Lesungen gibt es natürlich drei Pausen. Und die kann man - statt "zu kochen vor Wut über diese isolierenden Zeiten" - mit einem Menü füllen, das man sich zuschicken lassen kann.

Holleschek erklärt diese "Streetfood von Feinschmeckern für Feinschmecker" und "Schüssel-Sterneküche to go" ein wenig blumig so: "Die große Frage nach der Siegergeschichte beantwortet das Publikum durch Abstimmung. Der Preis ist mit 200 Euro dotiert. Den Weg dieser schweren Verantwortung versüßen wir euch durch Leckerbissen. Die Genusskünstler Kevin und Antony werden die Texte der Publikumslesung kulinarisch interpretieren. Die haben sterneverdächtig bei Christian Bau und Bobby Bräuer gelernt. Und das Essen kommt dann postalisch, wenn man zuvor reserviert und überwiesen hat."

Zu den bereits über 300 verkauften Menüs sind jetzt noch gut 30 zu haben. Aber man kann an den "Grenzgängern" natürlich auch ohne Menü teilnehmen. Wenn die Bezahlung geklappt hat, bekommt man eine Bestätigungsmail mit dem Teilnahme-Link.


"Grenzgänger": Samstag, 19. Dezember, ab 18 Uhr; Anmeldung: www.zuendeln.de. Lesungen mit Musik: 10 Euro, Lesungen, Musik plus zugeschicktes Menü: 55 Euro

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