Blattkritik

Der Journalist, Schriftsteller und AZ-Leser Axel Hacke freut sich über den Kultur-Teil der AZ und ärgert sich über den Politik-Teil.
| Axel Hacke
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Axel Hacke ist Journalist, Schriftsteller und AZ-Leser.
Gregor Feindt Axel Hacke ist Journalist, Schriftsteller und AZ-Leser.

Ich bin AZ-Fan, so eine Zeitung gibt's in Deutschland nicht noch mal, seriös, unterhaltsam, münchnerisch, prima Sportteil, tolles Feuilleton. Gestern die Kultur-Seiten zum 100. Todestag Karl Mays, mit Uschi-Glas-Interview neben einer Würdigung von Harald Eggebrecht, einem der besten May-Kenner, das war richtig groß, nichts von dem verstaubten Zeug, das anderswo zu lesen war.

Am ehesten ärgere ich mich über den Politik-Teil: Die Liberalen wegen ihrer Haltung zum Schlecker-Rettungs-Fonds mit dem Müller-Brot-Spekulanten Ostendorf in einen Topf zu werfen, ist mir zu simpel. Wer jetzt auf die FDP einschlägt, kann sich des Beifalls sicher sein, auch eine Form des Populismus. Aber wäre es wirklich vernünftig, Schlecker-Angestellte mit Staatsgeld in Lohn und Brot zu halten, wenn gerade jetzt ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt nicht sooo schlecht sind? Muss man drüber nachdenken dürfen.

Was ich immer lese: Graeter. Singuläre Type, köstlicher Spötter. Diese Woche hat er bei der Eröffnung einer Schmuck-Ausstellung mit schwer reichem Publikum eine Dame dabei beobachtet, wie sie vier Becher Wackelpudding vom Büffet in ihre Handtasche stopfte, für die Lieben daheim: großartig! Einen Tag ohne „Backpulver-Grande-Dame Maja Oetker“ oder „Dirndl-de-Luxe-Designerin Michaela Keune“ sowie „Opern-Nachtigall Judith Spießer“ mag ich mir nicht vorstellen.

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