Zweite Wahl statt zweiter Liga HSV-Reservist Fiete Arp: Reicht das für den FC Bayern?

Fiete Arp schafft es beim HSV derzeit nicht einmal in den Kader - im Sommer wird er wohl zum FC Bayern wechseln. Foto: Christian Charisius/dpa

Fiete Arp wechselt im Sommer wohl zum FC Bayern, schafft es derzeit aber nicht einmal beim Hamburger SV in den Kader. Beim Rekordmeister glaubt man an das Sturmjuwel - welche Rolle der 21-Jährige spielen soll ist allerdings noch offen.

 

Hamburg/München - Auf Fiete Arp war zuletzt Verlass. Regelmäßig produzierte die Nachwuchshoffnung des Hamburger SV Schlagzeilen. Nicht mit Toren im Aufstiegskampf des strauchelnden Traditionsklubs. Nicht mit Glanzleistungen bei den DFB-Junioren. Sondern mit seinen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken - und seinem bevorstehenden Wechsel zum FC Bayern.

Schon im Sommer zieht es Arp offenbar vom aktuellen Zweitliga-Zweiten zum Rekordmeister. Die Entscheidung sei gefallen, berichtete die "SportBild" kürzlich, werde aber erst nach der Saison offiziell verkündet. Arp könne selbst bestimmen, ob er im Sommer oder erst 2020 nach München wechselt. Die Ablöse für den momentanen Zweitliga-Bankdrücker soll bei drei Millionen Euro liegen.

Bayern-Neuzugang Arp läuft seiner Form hinterher

Sportlich ist es zuletzt still geworden um Arp. Lange Zeit galt der hoch veranlagte Angreifer als großes Versprechen für die Zukunft des HSV, manche sprachen schon vom neuen Uwe Seeler.

Arp wurde von den Trainern gelobt, von den Mitspielern geschätzt und von den Medien gefeiert - doch in der aktuellen Zweitliga-Saison, die eigentlich sein großer Durchbruch werden sollte, bekommt der 19-Jährige einfach keinen Zugriff. Selbst in der U19-Nationalmannschaft war Arp zuletzt nur zweite Wahl.

"Fiete Arp hatte sicher andere Ziele für die laufende Saison", sagte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic der "SportBild": "Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, dass junge Spieler, auch die talentiertesten, sich nicht konstant entwickeln. Fiete wird die richtigen Schlüsse daraus ziehen, er wird noch härter daran arbeiten, die nächsten Entwicklungsschritte zu meistern."

Arp nicht im Kader - Ex-Bayern-Talent Wintzheimer trifft

Mickrige 382 Minuten stand er in den bisherigen 30 Zweitliga-Spielen auf dem Platz. Getroffen hat er nicht, zuletzt gehörte er nicht mal mehr zum Kader. Als der HSV beim Topspiel in Köln spät ausglich, feierte Arp das vom heimischen Sofa aus und teilte seine Freude in den Sozialen Netzwerken. Anstatt um die Bundesliga-Rückkehr kickte der Junioren-Nationalspieler zuletzt regelmäßig in der U21 des Klubs in der Regionalliga Nord. "Ich spiele die Saison jetzt zu Ende und hoffe, dass ich oben noch einmal Akzente setzen kann und vielleicht den einen Moment noch kriege. Bis dahin bin ich auf jeden Fall HSV-Spieler", sagte Arp in der vergangenen Woche dem Abendblatt.

Im Oster-Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (1:1) saß der Blondschopf dann wieder auf der Tribüne - und musste zusehen, wie ausgerechnet das ehemalige Bayern-Talent Manuel Wintzheimer den Ausgleichstreffer erzielte. Bereits in der Woche zuvor sicherte der 20-Jährige den Rothosen mit einem späten Treffer im Top-Spiel gegen den 1. FC Köln ein Remis. Eben jener Wintzheimer war erst im Sommer vergangenen Jahres mangels Perspektive in die Hansestadt gewechselt.

HSV-Trainer Wolf kritisiert Trainingsleistungen von Fiete Arp

"Er muss sich jetzt da reinbeißen, muss gegen die Widerstände ankämpfen", riet HSV-Trainer Hannes Wolf seinem Youngster zuletzt. Schon Mitte März hatte der Coach mit einer Antwort aufhorchen lassen auf die Frage, wie Arp aus seinem Tief herauskommen könne: "Das ist jetzt gar nicht böse gemeint. Einfach besser trainieren. Besser trainieren hilft meistens, um besser zu spielen."

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