Zwei klare Fehlentscheidungen? Schiedsrichter-Experte: TSV 1860 wurde beim FSV Zwickau verpfiffen

Haarige Szene in der 8. Spielminute: Sascha Mölders wird im Laufduell zu Fall gebracht, bekommt aber keinen Elfmeter. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 erkämpft sich beim FSV Zwickau einen Zähler - dabei hätten es eigentlich drei sein müssen, meint Babak Rafati. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter sah die Löwen in zwei spielentscheidenden Situationen klar benachteiligt.

 

Zwickau/München - Wurde der TSV 1860 beim 2:2 in Zwickau vom Schiedsrichter benachteiligt? Ja, meint Babak Rafati. Der 49-Jährige war über viele Jahre hinweg als Unparteiischer in Bundesliga und Champions League unterwegs - noch heute beäugt er die Arbeit seiner ehemaligen Kollegen genau. Für seine Analyse bei "Liga3-online.de" sah er sich zwei Szenen beim Löwen-Remis in Sachsen genauer an und kam zu dem Schluss, dass Sechzig in beiden Situationen verpfiffen wurde.

Die erste Szene spielt sich in der achten Spielminute ab: Prince Owusu schickt Sascha Mölders per Steckpass in den Zwickauer Strafraum, der Sturmtank wird daraufhin vom hinterlaufenden Davy Frick an der Hacke getroffen. Mölders geht zu Fall und verliert bei der Aktion sogar seinen Schuh. Schiedsrichter Patrick Kessel entscheidet trotz lautstarker Proteste der Löwen auf Eckball.

Rafati: Mölders "wird deutlich behindert"

Eine klare Fehlentscheidung, meint Rafati: "Mölders ist in Aktion, will bei einem aussichtsreichen Angriff zum Ball und wird deutlich behindert, sodass ein Foulspiel vorliegt und es einen Strafstoß für 1860 München hätte geben müssen. Eine Fehlentscheidung, diesen nicht zu geben."

Auch beim Ausgleichstreffer zum zwischenzeitlichen 1:1 in der 45. Minute gibt Schiedsrichter Kessel laut Rafati nicht die beste Figur ab. Beim satten Fernschuss von Maurice Hehne steht der im Abseits stehende Ronny König in der Sicht von Löwen-Keeper Marco Hiller. Die Fahne des Schiedsrichterassistenten bleibt jedoch unten, der Treffer zählte.

"Die Problematik in dieser Szene ist, dass der Assistent von seiner seitlichen Position und der räumlichen Entfernung nicht zweifelsfrei erkennen kann, ob König die Sicht des Torhüters versperrt oder nicht, sodass er womöglich eine passive Abseitsposition annimmt", lautet die Analyse von Rafati: "Die aktive Abseitsposition und Irritation des Torhüters könnte der Schiedsrichter wiederum durch seine Position gut erkennen. Optimal wäre es somit gewesen, wenn eine Kommunikation im Schiedsrichterteam stattgefunden hätte, um gemeinsam die richtige Entscheidung zu treffen."

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