Zur Not vor Bundesgerichtshof Influencer-Prozess: Schleichwerbung bei Cathy Hummels?

Mats Hummels und seine Ehefrau Cathy. Foto: dpa

Schreibt die Frau des Nationalspielers Rechtsgeschichte im Influencer-Prozess?

 

München - Es ist ein Prozess, der Signalwirkung haben könnte: Top-Influencerin Cathy Hummels (über 340.000 Follower auf Instagram) legte am Montag Widerspruch gegen eine einstweilige Verfügung des "Verbandes Sozialer Wettbewerb" (VSW) ein - und wird damit zum Gesicht einer Branche in Aufruhr.

Wie viele andere Influencer verdient auch die Frau von Nationalspieler Mats Hummels Geld mit gesponserten Posts, in denen Produkte diverser Firmen abgebildet sind. Rechtlich muss die 30-Jährige eben diese Posts als Werbung kenntlich machen. Eine Verpflichtung, welcher sie bislang in der Regel nachgekommen ist.

Doch nicht jedem Produkt, das sie in ihren Bildern präsentiert, liegt auch ein Werbevertrag zugrunde. Der VSW fordert dennoch, dass diese ebenfalls als Werbung kenntlich gemacht werden. Viele Influencer wurden deshalb bereits abgemahnt.

Für Anwalt Christian-Oliver Moser, der die am Montag nicht anwesende Hummels in dem Prozess vertritt, geht das zu weit: "Viele Influencer sind aufgrund der Klagepolitik des VSW mittlerweile völlig verunsichert und denken, sie müssten alles als Werbung kennzeichnen. Das schränkt die Meinungsfreiheit der gesamten Branche zu sehr ein."

Bei der mündlichen Verhandlung am Montag konnte noch keine Einigung erzielt werden, die Verfügung des VSW besteht zunächst weiterhin.

Moser gibt sich dennoch kämpferisch: "Die Verhandlung hat gezeigt, dass das Gericht unsere Rechtsauffassung bestätigt." Zur Not wolle er bis vor den Bundesgerichtshof gehen.

 

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