Zum Tod von Ferdinand Schmid Sein Stammplatz war die Burg

Von Ferdinand Schmid bevorzugt: Die "Burg Pappenheim" in der Baaderstraße. Foto: Daniel von Loeper

Der Wirt der "Burg Pappenheim" erinnert sich an die Besuche von Münchens letztem Bier-Baron  – und an dessen Fahrten im 52er-Bus

 

Isarvorstadt -  Es gab Zeiten, in denen haben viele einen Bogen um die „Burg Pappenheim“ gemacht. Als das Gärtnerplatzviertel noch ein Glasscherbenviertel war und Leute, die sich für ehrenwert hielten, das Augustiner-Lokal in der Baaderstraße mieden.

Das hat Ferdinand Schmid, dem gerade im Alter von 88 Jahren verstorbenen Augustiner-Baron, gehörig gestunken damals. Er hat sich dann selbst darum gekümmert.

Vor zwölf Jahren hat er Klaus Dubinin (52) als Wirt eingesetzt, dem Lokal eine schicke, zu öffnende Fensterfront verpasst.

Inzwischen sitzen hier gepflegte Gesellschaft und Stammtischler bei gutem Wetter gern draußen. Und drinnen, am Stammtisch, saß Schmid – unter einem Foto, das ihn zeigt.

„Einmal wöchentlich war er mindestens da“, sagt Wirt Dubinin. „Und seine Schwester Lotte macht alle vier Wochen bei uns den Stammtisch. Ihm hat dieses Lokal viel gegeben. Er mochte ja urbayerische Wirtshäuser, in denen die Betreiber – so wie wir hier – jeden Tag selbst hinterm Tresen stehen. ,Ein Wirt’, hat der Ferdl gesagt, ,muss immer selbst da sein.’“

Ob das auch wirklich so war in seinen Augustiner-Wirtschaften, hat Schmid selbst überprüft. Kneipentouren gerieten bei ihm zu Patrouillen. Und er konnte sehr streng sein, erzählt Klaus Dubinin aus der „Burg Pappenheim“: „Er war gut drauf – aber wenn was vorfiel, dann wurde er auch sehr energisch. Hat ihm etwas nicht gepasst, hat er’s gleich gesagt – ob dem Wirt oder auch mal dem Gast.“

Natürlich hat Schmid Augustiner getrunken bei seinen Stippvisiten. Und gegessen, immer Probier-Portionen: Hier ein kleiner Schweinsbraten, dann ein Tellerchen Kasspatzn. So konnte er im nächsten Lokal weiter testen. Mal Schinkennudeln, Schweinsbraten, dann zog er weiter. Zu Fuß. Oder mit dem Bus.

Dubinin: „Meist hat er den 52er zum Marienplatz genommen. Ich hab’ angeboten: ,Ferdl, ich ruf dir ein Taxi.’ Aber das hat er nicht gewollt. Und wenn man ihn gefragt hat, ob er wenigstens eine Fahrkarte braucht, hat er gesagt: ,Naa, für die kurze Strecke ned.’“

 

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