Zum Geburtstag Peter Gauweiler: 65 Jahre und kein bisschen weise

Politische Niederlage zum 65. Geburtstag: Das hatte sich CSU-Vize Peter Gauweiler nicht gewünscht. Foto: dpa

Peter Gauweiler feiert am Sonntag seinen 65. Geburtstag. Horst Seehofer zieht am 4. Juli nach.

 

München – Sie sind beide Sternzeichen Krebs, beide Einzelgänger, beide Querköpfe und beide der gleiche Jahrgang. Allerdings ist Peter Gauweiler seit 45 Jahren in der CSU und schlägt damit Horst Seehofer, der 1971 in die Partei eintrat, um zwei Jahre. Am Sonntag feierte der schwarze Peter seinen 65. Geburtstag. Seehofer hat noch 12 Tage Zeit. Sein großer Tag ist am 4. Juli.

Gemeinsam stehen sie in der CSU im Kreuzfeuer. Als Schuldige an der Wahlschlappe vor vier Wochen. Zum Parteivize hatte Seehofer den „schwarzen Peter“ 2012 gemacht, obwohl der nur noch als Hinterbänkler im Bundestag saß. Gauweilers Dauerwüten gegen Europa und den Euro passte Seehofer da perfekt ins Konzept. Griechenland stand vor dem Kollaps, der Euro in der Krise. Gauweiler und Seehofer stellten eine rote Linie auf, ordneten sich am Ende aber doch dem Europa-Kurs der Kanzlerin unter. Der Euro blieb stabil. Die Quertreiber bekamen nicht Recht.

Auch beim Europa-Wahlkampf war Gauweiler in der CSU die Speerspitze gegen Brüssel. Das sollte den großen Erfolg und Seehofer zurück an die magischen 50 Prozent bringen. Stattdessen aber stürzten die Christsozialen auf 40 Prozent ab. Nun gehen die politischen Männerfreunde als die größten Wahlverlierer in die Geschichte ihrer Partei ein.

„Sei vorsichtig mit alten Männern, sie haben nichts zu verlieren“, bemühte Oskar Lafontaine ein Zitat des britischen Literaturnobelpreisträgers George Bernard Shaw als Glückwunsch für seinen Kolumnen-Partner Gauweiler. Dem ist egal, was seine Gegner in der CSU über ihn sagen. Als Top-Anwalt, der im Kirch-Prozess die Deutsche Bank in die Knie zwang und Millionen verdiente, ist Gauweiler von der Politik unabhängig.

Auch Seehofer hat nicht viel zu verlieren. 2018, zum Ende der Legislaturperiode im Bayerischen Landtag, will er Schluss machen – und seine Nachfolge regeln. Das allerdings gelang bisher noch keinem bayerischen Ministerpräsidenten. Auch bei Seehofer wird die CSU ein gewaltiges Wort mitreden wollen, wer sie in die Zukunft und zum Erfolg führen soll.

 

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