Zu viel Randale und Müll München macht Schluss mit kostenlosem Schwimmbad-Eintritt

, aktualisiert am 24.05.2020 - 14:58 Uhr
Zu viel Müll und Randale: Jugendliche bekommen keinen kostenlosen Eintritt mehr. Foto: SWM

Letzten Sommer konnten Kinder und Jugendliche kostenlos in Münchner Freibäder gehen. Das soll dieses Jahr schon nicht mehr möglich sein.

 

München - Die Stadt hatte es gut gemeint letzten Sommer, als sie das Pilotprojekt "kostenloser Schwimmbad-Eintritt für Münchens Kinder und Jugendliche unter 18" für die acht Münchner Freibäder einführte – auf Antrag von CSU, SPD und Bayernpartei.

271.239 Kinder und Jugendliche haben das Angebot genutzt (davon 60.000 über 14-Jährige). Aber es endete unerfreulich. So unerfreulich, dass es diesen Gratis-Eintritt heuer nicht mehr geben wird. Gestrichen.

"30 schwerwiegende Vorfälle"

Im Juni und Juli hatten die Freibäder "30 schwerwiegende Vorfälle" gezählt, die zum Teil "nur mit einem großen Aufgebot an Polizeikräften aufzulösen waren", heißt es im Erfahrungsbericht, der am Dienstag dem Stadtrat vorgelegt wird. "Dazu zählen Schlägereien zwischen großen Jugendgruppen, rücksichtsloses Verhalten, Bedrohungen und Belästigungen, Schaukämpfe mit einer großen Zahl an Schaulustigen, körperliche Übergriffe, usw."

Es hat 54 Hausverbote gehagelt (statt acht im Vorjahr), davon richteten sich 26 an Kinder von zwölf bis 14.

Viele Jugendliche haben Eintritt nicht fürs Schwimmen genutzt

Auch sei auf den Liegewiesen viel mehr Müll liegengeblieben als sonst, Stammgäste seien verdrängt worden, an den Kassen habe es "chaotische Situationen" gegeben.

Polizei, KVR und Sozialreferat haben die Dinge analysiert und festgestellt: Mit dem freien Eintritt sei in den Freibädern "ein neuer öffentlicher, sozialer Raum und Treffpunkt" für Jugendliche entstanden. Baden habe dabei häufig eine untergeordnete Rolle gespielt, in vielen Fällen hätten die Jugendlichen gar keine Badesachen dabei gehabt.

Die Vorfälle seien für die Freibad-Mitarbeiter "auch dann kaum beherrschbar, wenn Sicherheitskräfte vor Ort unterstützen".

Kostenloser Eintritt für Jugendliche wird gestrichen

Dafür nochmal 1,6 Millionen Euro Steuergelder ausgeben – zumal in Coronazeiten, in denen München sparen muss? Das will die Stadt nicht mehr. Für diesen Sommer wird der Gratis-Eintritt – offiziell aus Spargründen – gestrichen, die großen Rathausparteien haben Zustimmung signalisiert.

"Kinder unter sechs dürfen freilich weiterhin kostenlos in die Freibäder", erklärt Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) auf AZ-Anfrage. "Wir möchten ja, dass sie schwimmen lernen."

Lesen Sie hier: Freibäder noch dicht - Münchner Schwimmer ungeduldig


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