Zu eng, zu kaputt, zu gefährlich Lindwurmstraße: SPD will Radwege ausbauen

Das wäre eine Vorstellung, aber der Wegfall von Autofahrspuren kommt nicht in Frage. Foto: Petra Schramek

Die SPD möchte den Radverkehr auf der Lindwurmstraße besser und vor allem sicherer machen. Die Politiker fordern, den Radweg zu verbreitern - wissen aber auch, dass das nicht einfach sein wird.

 

Die Lindwurmstraße ist seit Jahren für Radfahrer ein gefährliches Pflaster. Der Radweg ist sehr schmal (maximal 1,11 Meter), und eigentlich nie befahrbar: Oft stehen Lieferverkehr und Falschparker auf dem Weg, noch öfter laufen Hunde vom Geh- über den Radweg in den kleinen Grünstreifen und eigentlich auf der gesamten Strecke von Sendling bis zum Sendlinger Tor schütteln Schlaglöcher und Wurzeln, die den Asphalt aufbrechen, die Radler durch.

Angenehm ist also anders, das wissen seit Jahren auch die Rathauspolitiker. Jetzt unternimmt die SPD einen erneuten Versuch, der Situation in der Lindwurmstraße Herr zu werden. In einem Antrag fordern die Politiker, "eine der wichtigsten Radverkehrsadern der Stadt schneller und sicherer" zu machen. Im Schnitt befahren mehr als 1500 Radler die Strecke pro Tag.

Das ist der Normalzustand: Radfahrer müssen sich durch den holprigen und engen Radstreifen schlängeln. Foto: Mike Schmalz

Radweg soll begradigt, verbreitert und geflickt werden

Das Ganze soll sogar einigermaßen schnell gehen, bis zum Sommer 2017 sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Das Sanierungskonzept sieht im Grunde drei Punkte vor:

  • Optimierung der Kreuzungspunkte, zum Beispiel durch Verbreiterung und Einfärbung des Bereiches für Radler im Kreuzungsbereich, Überprüfung und Begradigung der Höhenprofile der zu querenden Straßen; eine
  • mögliche Verbreiterung des Radweges an Engstellen, zum Beispiel durch Auflassung von Flächen, die vormals begrünt waren, aber bereits jetzt erkennbar durch Radler genutzt werden, und
  • die grundsätzliche Ertüchtigung des Radweges, zum Beispiel durch Entfernung von Baumwurzeln, Absenkung beziehungsweise Entfernung von Radsteinen, wo sie ihre Funktion nicht (mehr) erfüllen.

Markus Blume, Polarisierer wider Willen

Zudem soll die Radwegebenutzungspflicht überprüft und gegebenenfalls aufgehoben werden.

Dass dieses Unterfangen nicht einfach ist, wissen die Antragssteller allerdings auch. Denn eine Verbreiterung des Radweges ist nicht ohne Weiteres möglich: Autofahrspuren können nicht wegfallen, die Lindwurmstraße ist eine Haupteinfallsstraße auch für den Autoverkehr. Die Pappeln, die die Straße säumen, sind zudem "im besten gesundheitlichen Zustand" und für die Straße ortsprägend. Sie können also nicht einfach weg.

Das Sanierungskonzept dürfte daher also lange diskutiert werden, immerhin ist der Streit um die Radspuren in der Lindwurmstraße nicht neu. Doch getan hat sich bisher nichts.

 

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