Zu eng in den Klassenzimmern 4,5 Milliarden Euro für Münchens Schulen

Allein in diesem Jahr entstehen 15 Schulpavillon-Anlagen - wie diese: Weil es in der Grundschule an der Boschetsrieder Straße für 400 Schüler zu eng wurde, lernen jetzt acht Klassen und vier Tagesheimgruppen in diesen Pavillons an der Baierbrunner Straße. 2016 wird ein neuer Festbau fertig. Foto: Schulreferat München

Die Stadt plant "das größte Schulbauprogramm Europas" - mit 35 Neubauten, 41 Pavillonanlagen, 44 Anbauten und 60 Generalsanierungen. 

Münchens 350 Schulen - sie platzen aus allen Nähten. Schon jetzt sind Klassenzimmer übervoll, für einzelne Unterrichtsfächer weichen Schüler an Nachbarschulen aus. Und wo’s anders gar nicht mehr geht, hat die Stadt Schulcontainer aufs Gelände gestellt oder gleich neue Pavillonschulen gebaut. Seit dem letzten Schuljahr ist die Gesamtschülerzahl in München laut dem Schulreferat um 3000 angestiegen.

 

Aber es kommt noch viel extremer: In den nächsten fünf Jahren erwartet das Schulreferat allein an den 132 Grundschulen rund elf Prozent mehr Kinder. In 15 Jahren müssen 4300 Grundschulkinder mehr als heute lesen, schreiben und rechnen lernen, insgesamt dann 42 700 Kinder – vorsichtig geschätzt.

Denn bis dahin wird die Einwohnerzahl der Stadt laut der neusten Prognosen von jetzt 1,5 Millionen auf das Rekordniveau von 1,72 Millionen Menschen angewachsen sein.

„Ein Wahnsinnsprogramm“

Stadtschulrat Rainer Schweppe und Schul-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) planen deshalb nichts Geringeres als: „das vermutlich größte Schulbauprogramm Europas“: Bis 2013, so kalkuliert Schweppe, wird München rund 4,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Grund-, Mittelschulen, Gymnasien & Co stecken müssen. „Es ist ein Wahnsinnsprogramm“, sagt er. „Aber das müssen wir schaffen, sonst stehen Münchens Schulkinder auf der Straße.“ Was die Stadt (die für die Gebäude zuständig ist) unter anderem anpacken muss:

35 Schul-Neubauten (davon 27 Grund-, drei Mittelschulen und fünf Förderzentren)
41 Schulpavillon-Anlagen (davon 39 an Grundschulen)
44 Festbau-Erweiterungen (36 an Grundschulen, sieben an Mittelschulen und eine an einem Förderzentrum).
Dazu kommen außerdem noch 60 Schulen, die generalinstandgesetzt werden müssen.

Schon jetzt ist an jeder dritten Münchner Schule Baustelle. Wie am Schulzentrum an der Gerastraße in Moosach. Während das Gebäude generalsaniert wird, büffeln an die 1900 Gymnasiasten, Real- und Grundschüler nebenan in gelben Containern. Gut voran geht es im neuen Gymnasium-Nord an der Knorrstraße, wo ab Herbst 2016 junge Leistungssportler die Schulbank drücken werden. Allein in diesem Jahr lässt sich die Stadt ihre Schulbau-Offensive 266 Millionen Euro kosten.    

10 mögliche Standorte für neue Grundschulen:

Allein 27 neue Grundschulen braucht München. Wo und bis wann sie entstehen könnten – hier eine Auswahl:

Werksviertel (Haidhausen, 16 Klassen bis 2020)
St.-Veit-Straße (Berg am Laim, 12 Klassen bis 2019)
Bauhausplatz (Funkkaserne, Freimann, 20 Klassen bis 2017)
Paul-Gerhardt-Alle (Pasing, 20 Klassen bis 2020)
Freiham IV Süd (20 Klassen bis 2020)
Freiham Nord (3 Grundschulen, je 20 Klassen, bis 2017 und 2018)
Bayernkaserne (Am Hart, 2 Grundschulen mit je 20 Klassen bis 2020 und 2022)
Zschokkestraße (Laim, 6 Klassen bis 2020)
Hochstraße (Haidhausen, 12 Klassen bis 2020)
Ruth-Drexel-Straße (Bogenhausen, 12 Klassen bis 2017).

 

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