Zehn Jaguar I-Pace Münchner Taxi-Zentrum bekommt noble E-Taxi-Flotte

Pompöser Auftritt: Vor der Oper am Max-Joseph-Platz werden die Jaguar I-Pace übergeben. Ab heute sind sie für das Unternehmen Münchner Taxi Zentrum unterwegs. Foto: Petra Schramek

München hat jetzt eine Taxi-Flotte aus zehn Jaguars, die mit Strom fahren – auch, weil die Stadt das massiv fördert.

 

Zwischendurch müssen die Redner ihre maximaleuphorischen Ansprachen immer mal kurz unterbrechen – wenn gerade wieder ein flacher Roter mit Heckspoiler laut röhrend auf die Maximilianstraße beschleunigt.

Nicht nur viel sauberer als Autos mit Verbrennungsmotoren und damit besser für das Stadtklima seien die zehn Elektro-Taxen, die nun hier stünden, sagt Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) kurz darauf denn auch. Wichtig an den Strom-Autos sei auch: "Es macht Spaß, sie zu fahren, sie sind zuverlässig – und leise."

So viele E-Taxen hat sonst kein Unternehmen in ganz Europa

Es fallen vor der Oper viele pompöse Worte, wie "Zeitenwende" oder "neue Ära". Nun arbeiten Autohersteller schon immer gern mit Superlativen und dem Versprechen, dass dieses und jenes Modell die Welt verändern wird.

In diesem Fall geschieht aber wirklich Großes: "Das ist ein Bekenntnis zum Antrieb der Zukunft", sagt Bürgermeister Josef Schmid (CSU). Mit finanzieller Unterstützung der Stadt und struktureller durch den ADAC Süd sind für das Münchner Taxi Zentrum (MTZ) ab sofort zehn Jaguar der Marke I-Pace unterwegs – so eine große Flotte von Elektro-Autos hat bisher kein Taxiunternehmen in Europa.

Einerseits, weil die Lieferung sehr lange dauert – zehn zu haben ist quasi ein Zehner im Lotto. Andererseits, weil deren Anschaffung teuer ist – um zehn zu haben braucht man quasi einen Zehner im Lotto.

Den genauen Preis wisse er nicht, kokettiert MTZ-Geschäftsführer Gregor Beiner. "Durch die Förderung sind es 40 Prozent weniger, das ist für uns dann absolut bezahlbar."

Die Stadt unterstützt den Betrieb von E-Taxen im Stadtgebiet mit einem Förderprogramm von zwei Millionen Euro und erhofft sich dadurch MTZ-Nachahmer: Jeden gefahrenen Fahrgastkilometer bezuschusst sie mit 20 Cent. Die rund 3400 Münchner Taxen legen pro Jahr etwa 190 Millionen Kilometer zurück.

Reichweite: Batterie der E-Jaguars soll eine Schicht durchhalten

"Die Förderung ist schon interessant und sinnvoll", sagt Peter Köhl, Chef von Umwelttaxi München, das eine Hybrid-Taxen-Flotte hat sowie einen Tesla. "Aber man muss in der Lage sein, viel Geld vorzuschießen." Der Einstiegspreis für den I-Pace ist 77.850 Euro.

Umweltreferentin Jacobs betont, dass gerade ein Paket ausgearbeitet werde, um weitere Anreize zu schaffen für Taxi-Unternehmen, auf Elektro umzusteigen. "Zum Beispiel könnten sie Priorität bekommen bei der Rufbereitschaft oder am Flughafen, damit auch lange Strecken interessant sind."

Stichwort lange Strecken: Kein Problem, sagt Robert Fremmer, einer der zehn I-Pace-Fahrer. "Dass das Auto in der Schicht liegenbleibt, sollte nicht passieren. Die Batterie reicht, wenn man wirtschaftlich fährt." Und Ladestationen gebe es ja auch.

Fremmer hat mit einer E-Klasse angefangen vor 20 Jahren, dann kam bei MTZ ein Toyota mit Hybridmotor. Nun fährt er also einen Jaguar mit Elektroantrieb. Kann danach überhaupt noch was kommen? Fremmer grinst. "Ein Flugtaxi."

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema: E-Taxis für München - Nicht nur ein Haufen Geld

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