Zehn Infizierte in Bayern Verdacht auf Coronavirus: Patientin flieht aus Klinik

Das Landeskrankenhaus in Salzburg. Hier ist am Mittwochmorgen eine Frau von der Isolierstation geflüchtet. Foto: imago/Volker Preusser

Das Coronavirus hält Bayern und Deutschland auf Trab. In Salzburg türmt eine mögliche Infizierte sogar von der Isolierstation. Die aktuelle Entwicklung.

 

München - Das Coronavirus breitet sich weltweit weiter aus. In Deutschland gibt es insgesamt zwölf Infizierte, zehn davon in Bayern. Zuletzt wurde bekannt, dass es sich bei einer infizierten Rückkehrerin aus Wuhan um eine 45-jährige Frau aus dem Landkreis Freising handelt. Sie befindet sich, ebenso wie der zweite infizierte Rückkehrer, im Universitätsklinikum Frankfurt in klinisch gutem Zustand.

Weitere Entwicklungen in Bayern, Deutschland und den Nachbarländern im Überblick:

Bayerische Patienten stabil

Neue bestätigte Coronavirus-Fälle konnten die Ärzte nicht feststellen – und den zehn Patienten im Freistaat geht es weiter den Umständen entsprechend gut. Sowohl die sieben Patienten in der München Klinik Schwabing wie auch der Vater und seine beiden Kinder im Krankenhaus in Trostberg (Landkreis Traunstein) seien in einem „gesundheitlich stabilen Zustand“, teilte das bayerische Gesundheitsministerium gestern mit.

Ansteckung bei milden Symptomen

Das Coronavirus kann auch von Patienten mit nur sehr milden Krankheitssymptomen übertragen werden. Das teilten die München Klinik Schwabing, die Charité in Berlin und das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Experten begründen ihre Aussage mit der Beobachtung, dass einige der derzeit in Schwabing Behandelten mit Coronavirus-Infektion auch bei nur schwachen Krankheitssymptomen ansteckende Viren in ihrem Nasen-Rachen-Raum aufweisen würden. Zudem sei festgestellt worden, dass sich das neuartige Coronavirus bei den betroffenen Patienten unabhängig von der Lunge auch im Nasen-Rachen-Raum und im Verdauungstrakt vermehrt.

Spahn spricht vor Südpfalz-Kaserne

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass die Zahl der nachgewiesenen Infektionen durch das neue Coronavirus weiter steigen wird. „Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht. In China nicht, was die Infektionszahlen und die Entwicklung angeht und damit auch für die Welt und für Deutschland nicht“, sagte Spahn gestern vor der Quarantäne-Station der Südpfalz-Kaserne in Germersheim. Deutschland sei gut vorbereitet. In der Bundeswehrkaserne in Germersheim sind rund 120 Menschen untergebracht, die am Samstag an Bord einer Sondermaschine aus Wuhan in Frankfurt gelandet waren (AZ berichtete).

Patientin flüchtet in Salzburg

Für Wirbel sorgte eine Patientin im Landeskrankenhaus Salzburg: Die 31-Jährige war wegen Verdachts auf eine Infektion mit dem Coronavirus eingeliefert worden, flüchtete jedoch gestern gegen 3 Uhr morgens. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Die Polizei musste die Frau daheim aufgreifen und ins Krankenhaus auf die Isolierstation zurückbringen. Sie wurde zwischenzeitlich von der Polizei bewacht. Am Nachmittag gab es Entwarnung: Der Test auf das Coronavirus war negativ, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Die Polizeibewachung konnte aufgehoben werden.

Verdachtsfälle in Kitzbühel

Nachdem es für drei Verdachtsfälle im Bezirk Kufstein Entwarnung gab, könnte es vier neue Fälle im Bezirk Kitzbühel geben. Wie die „Tiroler Tageszeitung“ online berichtet, ist möglicherweise eine Tiroler Familie, die sich in Shanghai aufhielt, mit dem Coronavirus infiziert. Demnach fühlten sich die Eltern gesund, die Kinder zeigten leichte, grippeähnliche Symptome, so die Zeitung unter Berufung auf den Landessanitätsdirektor. Alle wurden getestet, mit dem Ergebnis wird heute gerechnet.

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