Wo gut zu sehen Sonnenfinsternis: Schwarze Sonne über München

So ähnlich könnte die Sonnensichel am 20. März aussehen. Allerdings wird sie nach oben rechts geöffnet sein. Foto: Ottmar Hartl/Volkssternwarte

Am 20. März verdunkelt sich zum ersten Mal seit 1999 wieder der Himmel über der Nordhalbkugel. Was es wann in unserer Region zu sehen gibt, wo es Brillen gibt.

 

München - Wissen Sie noch, wo Sie am 11. August 1999 waren? Das ist über vierzehneinhalb Jahre her – aber Sie dürften sich trotzdem erinnern. Weil es eben ein besonderer Tag war – ein bisschen wie der Tag der Mondlandung, von der jeder, der sie damals verfolgt hat, sich vermutlich ebenfalls bis heute daran erinnern kann. Der 11. August 1999 war der Tag der totalen Sonnenfinsternis. Die Münchner liefen zusammen, Zehntausende etwa verfolgten das Himmelsspektakel gemeinsam im Olympiapark.

In der kommenden Woche folgt eine Wiederholung – wenn auch im kleineren Stil: eine partielle Sonnenfinsternis. Genau zum Frühlingsbeginn schiebt sich der Mond so vor die Sonne, dass auf der Nordhalbkugel eine totale Sonnenfinsternis entsteht. Der Mond wirft dann seinen sogenannten Kernschatten auf die Erde. Bei einer totalen Sonnenfinsternis, auch Eklipse genannt, ist für einige Minuten das Sonnenlicht komplett verdeckt, man sieht also eine schwarze Sonne. Die totale Verfinsterung beginnt in Neufundland und endet nahe dem Nordpol. Komplett dunkel wird es auch auf den Färöer-Inseln und Spitzbergen.

In Deutschland verschwindet die Sonne zwar nicht ganz, aber doch das meiste von ihr: Der Bedeckungsgrad kann bis zu 82 Prozent erreichen. Man spricht von einer partiellen Sonnenfinsternis. Und wie sieht es in München aus? Die AZ gibt Tipps, wie Sie das Ereignis am besten verfolgen können.

Wann findet die Sonnenfinsternis statt? Die gesamte Sonnenfinsternis dauert von 9.31 Uhr bis 11.51 Uhr. Das ist doch ganz schön lang. Den Höhepunkt gibt es um 10 Uhr 40 zu sehen, weiß Peter Stättmayer von der Volkssternwarte München: Dann ist der höchste Bedeckungsgrad der Sonne erreicht – und sie leuchtet als dicke Sichel vom Himmel.

Wie viel kann man sehen? Der Bedeckungsgrad in München liegt bei knapp 70 Prozent. Das heißt: 70 Prozent der Sonne werden nicht zu sehen sein.

Wo habe ich die beste Sicht? Eine wichtige Komponente ist das Wetter: Bei dichten Wolken sieht man natürlich nicht viel. Eine ganz leichte Bewölkung wäre aber ideal: Denn dann leuchtet die Sonne durch die Wolken durch, so dass man sowohl die Sonnensichel als auch die Landschaft erkennen kann. Die Sonnenfinsternis kommt von Südosten nach München, daher sollte man dort freie Sicht haben. Abgesehen davon ist es aber egal, ob man auf einem Berg ist oder in der Stadt. Hauptsache, man sieht die Sonne!

Wie kann ich in die Sonne schauen? Auf keinen Fall nur mit einer Sonnenbrille! Sie bietet keinen ausreichenden Schutz. Für einen direkten Blick in die Sonne braucht man spezielle Sonnenfinsternisbrillen, die das Auge schützen. Sie haben einen sehr hohen Filterfaktor, der das UV-Licht unschädlich macht. Kaufen kann man sie beim Optiker oder im Internet. Ebenfalls gefährlich ist der Blick durchs Fernglas. Wer eines benutzen möchte, muss sich spezielle Filter besorgen, die an den Linsen befestigt werden. In der Volkssternwarte München wird die Sonnenfinsternis außerdem auf eine Leinwand projiziert, wo man sie völlig gefahrlos beobachten kann.

Wann gibt es die nächste Sonnenfinsternis? Die lässt sechs Jahre auf sich warten: Laut Sternwarte gibt es erst am 10. Juni 2021 wieder ein solches Ereignis. Ein Grund mehr, sich dieses Naturschauspiel nicht entgehen zu lassen.

Einen perfekten Ort, um das Himmelsschauspiel zu beobachten, bietet etwa die Bayerische Volkssternwarte München. Sie hat am 20. März ab 9 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt normal 5 , ermäßigt 3 Euro (Schüler, Studenten, Auszubildende, Rentner). Mitglieder nehmen kostenlos teil. Mehr Infos unter www.sternwarte-muenchen.de/.

 

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