Wirbel um Facebook-Video "Monika Grubers kleine Montagsdemo?"

Links: "Schwoamas owe!" Das Schlussbild aus Monika Grubers selbstgedrehtem Facebook-Video. Foto: dpa/AZ-Screenshot

In einem kurzen Video spricht Kabarettistin Monika Gruber bei Facebook über die Zahl der Flüchtlinge und die Presse – womit sie schnell eine Vielzahl von Reaktionen auslöst.

 

München - Bisher hat Monika Gruber ja allein schon qua Berufswahl zum Kreis der Unverdächtigen gehört. Wer Kabarettist ist in Deutschland, macht sich gewöhnlich eher nicht gemein mit jenen, die gegen die Lügenpresse stänkern. Erst recht nicht, wenn er oder sie zum Kreis jener Polit-Comedians gehört, die immer wieder mal von der ZDF-„heute show“ mit Oliver Welke gebucht werden, quasi der satirischen Speerspitze der Willkommenskultur.

Nun ist der Gruberin allerdings etwas rausgerutscht, was sie in anderem Licht erscheinen lässt. Sie lädt bei Facebook zur Erheiterung von knapp 320.000 Fans, die ihr dort folgen, immer wieder kleine Selfie-Filmchen hoch. Zuletzt etwa hat sie da mal für das neue Album von Andreas Bourani geworben. Oder berichtet, wie sie für Halloween noch Süßigkeiten an der Tankstelle besorgt hat.

„Pressefreiheit – da ist die Wahrheit lediglich eine Option“

Am Montagabend nun beschäftigt sie sich mit der Flüchtlingskrise. „Nach Adam Riese und Eva Zwerg“, erzählt sie in dem Spot, kämen „bis Jahresende circa zwei Millionen Flüchtlinge“ in Bayern, ergo: Deutschland an. Deutlich mehr als zunächst angenommen. Gruber: „Des is wie Griechenland: Oa Million hin oder her – des macht’s Kraut aa nimmer fett.“

 

Und dann schwadroniert sie weiter – und stößt ins Horn derer, die auf Lügenpresse und Medienzensur in Deutschland schimpfen. Gruber: „In diesem Sinne: Es lebe die Pressefreiheit. Weil da ist die Wahrheit lediglich eine Option. Man kann sie schreiben, muss aber nicht. In diesem Sinne: Schwoamas owe.“

Mit dem Bild, wie Gruber ein Glaserl zum Mund führt (ob es Wasser, Champagner oder Schnaps enthält, bleibt unklar), endet der Clip. Ihr Mund dürfte noch nicht trocken geworden sein, da häuften sich schon die Kommentare auf der Facebook-Seite. Vor allem positive. Wenigstens die Gruberin traue sich was, jubeln viele. Andere werden ausführlicher. Einige Original-Auszüge:

  • „Pressefreiheit gehört in unserem Staat der Vergangenheit an, denn hier wird nur das berichtet, was den Vollpfosten in Berlin gefällt. Ach übrigens, den Bundestag in 7 qm Zellen unterteilt – da passen locker 10 000 rein.“
  • „Pressefreiheit verdient das Wort nicht mehr, Politiker profilieren sich immer noch, es wird gelogen, bis sich die Balken biegen... Willkommen in der DDR 2.0.“
  • „Wenns a so weitergeht dürf ma ja ned a moi mehr des Deutschlandtrikot tragen, da wird ma dann schon als Nazi gseng! Und in a boa Jahr miass ma dann mitn Syrischen Trikot spün oda wie?? Traurig sog i!!
  • „Das UNGEZIFER IST WELTEWEIT!“

Unter den knapp 600 Kommentaren, die bis gestern Abend eingingen, fanden sich auch einige kritische. Eine Frau schreibt:

„Und wieder schafft es Frau Gruber, besorgten Bürgern vom rechten Rand eine Stimme zu geben. Gut, ein Hans Söllner und eine Sarah Connor nehmen Flüchtlinge auf. Eine Frau Gruber hetzt halt lieber bisserl dagegen.“

Ein anderer kommentiert: „Puh, etz wär ihr fast ,Lügenpresse’ ausgekommen. Dann postet’s des nu am Wochenanfang. Grubers kleine Montagsdemo?“

Monika Gruber selbst hat sich da nicht weiter positioniert. Eine AZ-Anfrage blieb am Dienstag unbeantwortet. Vielleicht folgt die Aufklärung via Facebook-Selfie. Da ist Aufmerksamkeit garantiert.

 

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