"Wir wollen Paris vor Rom und Spanien" ISIS droht dem Westen mit Terror-Anschlägen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat dem Westen mit weiteren Anschlägen gedroht und kündigte in einer neuen Audiobotschaft Angriffe unter anderem auf das Weiße Haus, den Eiffelturm und Big Ben an. Foto: dpa

Der IS steht vor einer schweren Niederlage im Irak - da meldet sich der Sprecher der Miliz zu Wort. Siegesmeldungen ihrer Gegner hält er für Fantasie. Zugleich akzeptiert er den Treueschwur von Boko Haram.

 

Bagdad - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat dem Westen mit weiteren Anschlägen gedroht. Der Sprecher der Extremisten, Abu Mohammed al-Adnani, kündigte in einer neuen Audiobotschaft Angriffe unter anderem auf das Weiße Haus in Washington, den Big Ben in London und den Eiffelturm in Paris an. Weiter sagte er in der am Freitag im Internet kursierenden Rede: "Wir wollen mit Gottes Hilfe Paris vor Rom und Al-Andalus (gemeint ist damit Spanien), nachdem wir Euer Leben schwarz und dunkel gemacht haben ... ."

Zugleich nahm Al-Adnani den Treueschwur der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram an. "Wir verkünden Euch die Ausdehnung nach Westafrika", erklärte der IS-Sprecher. "Das Kalifat hat den Treueschwur unserer Brüder (...) im Heiligen Krieg akzeptiert und gratuliert ihnen ... ." Boko Haram hatte sich am vergangenen Wochenende dem IS unterstellt.

Die Extremisten terrorisieren seit 2009 den Nordosten Nigerias. Bei Angriffen und Attentaten kamen seither mehr als 13 000 Menschen um, mehr als 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht vor der Gewalt.

Der IS kontrolliert im Irak und Syrien riesige Gebiete und hat ein "Islamisches Kalifat" ausgerufen. Zuletzt mussten die sunnitischen Extremisten jedoch mehrere militärische Niederlagen hinnehmen.

Die irakische Armee und schiitische Milizen stehen kurz vor der Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Tikrit, die der IS im vergangenen Sommer erobert hatte. Auch in Syrien haben die Dschihadisten Gebiete verloren, darunter die über Monate hart umgekämpfte Stadt Kobane. Seit Monaten bombardieren die USA und ihre Verbündeten IS-Stellungen in beiden Ländern aus der Luft.

Al-Adnani sagte hingegen, der IS sei "noch immer siegreich" und werde von Tag zu Tag stärker. "Die Siege, über die die Kreuzfahrer und die Ablehner des richtigen Glaubens (gemeint sind damit die Schiiten) reden, ... sind nur fiktive und gefälschte Erfolge", erklärte er. Er appellierte an die Muslime weltweit, sich dem "Islamischen Kalifat" anzuschließen und gegen die "Ungläubigen" zu kämpfen. Zuletzt hatte Al-Adnani Ende Januar IS-Anhänger in einer Audiobotschaft zu Anschlägen aufgerufen.

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