Wiesn-Wirt Hagn: Hippodrom? "Kann ich mir vorstellen"

Wiggerl Hagn gibt das Unionsbräu auf. Jetzt sucht er ein neues Lokal. Foto: Gregor Feindt

Wiggerl Hagn, das Münchner Gastro-Urgestein, prüft derzeit alle Optionen – auf dem Oktoberfest und auch in der Wirtshaus-Szene.

 

München -  Mit 72 Jahren wagt Wiggerl Hagn noch einmal den Neuanfang. Der Wirt sucht derzeit ein neues Gasthaus, nachdem der Pachtvertrag mit dem Unionbräu am Max-Weber-Platz am 30. November wohl nicht erneuert wird (AZ berichtete exklusiv).

Innenstadtlage ist Hagn bei einer neuen Wirtschaft wichtig, aber auch, dass er weiterhin mit seiner jetzigen Brauerei „Spaten-Löwenbräu“ zusammenarbeiten kann. „Einmal Löwenbräu, immer Löwenbräu“, sagt der Wirt, der seit 30 Jahren auch das Wiesnzelt der Brauerei betreibt. Doch da wäre noch eine weitere Variante, der Hagn nicht abgeneigt ist.

Auf Nachfrage der AZ könnte er sich auch eventuell vorstellen, das Hippodrom 2013 zu übernehmen – natürlich nur, wenn dieses bis dahin zum Verkauf steht. „Ich kann mir alles gastronomisch vorstellen und das Spaten ist ja die gleiche Brauerei wie Löwenbräu“, sagt Hagn.

Wie die AZ im Januar berichtete, wird Sepp Krätz heuer erneut mit dem Hippodrom auf der Wiesn zugelassen. Die drohende Anklage wegen Steuerhinterziehung wurde bis jetzt nicht erhoben – und wird noch Monate auf sich warten lassen. Am 8. Mai aber werden die Stellflächen auf der Wiesn vergeben – auch an Krätz. Der Hippodrom-Wirt soll aber bereits nach potenziellen Käufern für sein Promi-Zelt gesucht haben. Krätz ist Eigentümer des Zelts, die Stadt verpachtet den Platz auf der Theresienwiese direkt an ihn und nicht wie bei etwa Löwenbräu an die Brauerei.

Theoretisch könnte Hagn Krätz das Zelt abkaufen und so ungebunden – mit Spaten-Löwenbräu als liefernde Brauerei – Hippodrom-Wirt sein. Aus Kreisen der Stadt heißt es außerdem, falls das Hippodrom verkauft werden sollte, wünsche man sich eher ein nostalgisches als ein Promi-Zelt. Auch das könnte Hagn, dem viele Stammtischler seit 20 Jahren die Treue halten, mit seiner Tochter Stephanie Spendler erfüllen. Hagn ist vorsichtig. „Beim Krätz gibt es schon Bewerber und ich habe bis jetzt keine Gespräche geführt.“ Nach einer Pause fügt er hinzu: „Aber das war bislang auch noch nicht notwendig.“

 

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