Wiesn-Wirt Dritte Razzia: Steuerfahnder jagen Sepp Krätz

Liebt große Auftritte und auch schon mal schräge Posen: Sepp Krätz mit Hirschgeweih in seinem Festzelt Hippodrom. Foto: imago

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr findet beim Wiesn-Wirt eine Razzia statt. Diesmal werden auch die Häuser seiner Mutter und seiner Ex-Frau durchsucht. „Der Fall weitet sich aus“

 

MÜNCHEN - Jetzt wird es eng für Hippodrom-Wirt Sepp Krätz (56). Bereits zum dritten Mal hat bei ihm eine Steuer-Razzia stattgefunden. Und diesmal gingen die Ermittler besonders umfassend vor: Auch das Haus von Krätz’ Mutter sowie das von seiner Ex-Frau Gabi wurde untersucht, außerdem das Büro einer Rinder-Zuchtanlage, die Krätz gehört. Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch bestätigte gestern die erneuten Ermittlungen – und sagte: „Der Fall weitet sich aus.“

Allerdings würden Krätz’ Mutter und seine Ex-Frau in dem Verfahren nur als Zeugen geführt. Die erneute Durchsuchung hat am Dienstag vergangener Woche stattgefunden. Gegen 8.30 Uhr schlugen die Fahnder zeitgleich in folgenden Objekten statt: In den Büroräumen Hippodrom KG in der Weinstraße 7, im Privatanwesen von Krätz’ Mutter und auch von seiner Ex-Frau, die in Aubing die Secondhand-Modeboutique „Butterfly“ führt. Der Hof bei Mering, in dem Krätz Wagyu-Rinder züchtet, wurde ebenfalls gefilzt. Ein Beobachter will wissen, dass „bergeweise Unterlagen beschlagnahmt“ worden seien.

Es ist das dritte Mal in diesem Jahr, dass die Steuerfahnder Jagd auf Krätz machen: 4. Juli: Staatsanwalt und Steuerfahnder durchsuchten das Lokal Andechser am Dom in der Weinstraße 7a im Lehel. Krätz hielt sich zum Zeitpunkt der Durchsuchung in seinem Promi-Biergarten Waldwirtschaft auf. 8. August: Kurz vorm Wiesn-Start tauchten die Ermittler erneut im Andechser am Dom auf. Diesmal ging es um den Verdacht auf Schwarzarbeit. Damals stand eine Geschäftsführerin im Mittelpunkt der Ermittlungen. Krätz selbst hätte man nur eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorwerfen können.

Bei dem Wiesn-Wirt steht viel auf dem Spiel. Es geht nicht nur um eine mögliche Strafe. Sondern auch um die Konzession für das Oktoberfest 2012. Als die AZ dazu gestern Dieter Reiter, den Wirtschaftsreferenten und Wiesn-Chef der Stadt, befragt, weiß der offenbar noch nichts von der neuen Razzia gegen Krätz. Für Reiter steht aber fest: „Wenn es zu einer Verurteilung kommt, ist klar: Dann wird es um die gaststättenrechtliche Zuverlässigkeit gehen.“ Und auch beim Kreisverwaltungsreferat heißt es: Eine Verurteilung aus Steuergründen könne dazu führen, dass Krätz seine Zulassung als Wirt verliere. Präzedenzfälle hat es auf der Wiesn schon gegeben. Sepp Krätz war für die AZ gestern nicht zu sprechen. 

 

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