Wiesn-Geheimnis Deshalb spielen wir "Hau den Lukas"

Jahr für Jahr gehört "Hau den Lukas" zu den beliebtesten Wiesn-Spielereien. Foto: dpa

Der arme Lukas wird auf der Wiesn quasi pausenlos gehauen. Was haben denn alle gegen diesen Lukas? Ein Erklärungsversuch.

 

Ding, Ding, Ding! Das helle Klingeln, auf das jeder Spieler beim „Hau den Lukas“ hofft. Aber womit hat sich der Lukas eigentlich so viel Haue verdient?

Ein Schausteller hat den Spaß wohl Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden. Leider ist sein Name nicht mehr bekannt. Man erzählt sich allerdings die Geschichte, dass er um den Schlagkopf, der mit dem Hammer getroffen werden musste, ein Gesicht malte. Das Gesicht ähnelte einem Clown, und den nannte er Lukas. Dieser Name wurde bis heute beibehalten.

"Lukas" eine Männerdomäne

Sicher ist, dass der Lukas seit rund 200 Jahren ein Dauerbrenner auf den Jahrmärkten ist. Sei es, um die Damenwelt zu beindrucken oder um sich mit Freunden im Kräftemessen zu beweisen. Auch wenn sich immer mehr Frauen am Schlaghammer versuchen, so bleibt der Lukas eine Männerdomäne.

Das bestätigt auch Karl-Heinz Biller, den die meisten liebevoll Charly nennen. Gemeinsam mit Sohn Stefan und seinem Bruder Hans-Jürgen Biller führt er auf dem Oktoberfest den „Hau den Lukas“ des Vaters weiter. Dieser hatte vor über 35 Jahren das kleine Geschäft gegründet. Den Stand, zwischen Löwenbräuzelt und Bräurosl gelegen und ganz in den Münchner Farben schwarz und gelb, kann man nicht verfehlen. Hier wurden auch schon Weltrekorde aufgestellt.

Erfolgreich den "Lukas" hauen: Kraft allein zählt nicht!

Bereits 1984 hatte Alfred Wiedemann, der regelmäßiger Gast bei den Billers war, in gut einer halben Stunde 400 Mal auf den Lukas eingedroschen.

1987 war Wiedmann zu seinem 50. Geburtstag wieder auf dem Oktoberfest. Da meinten seine Kollegen: „Jetzt schlägst 500 Mal drauf.“ In 39 Minuten schaffte es der Jubilar, 500 Mal auf den Stöpsel zu schlagen. Einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde gibt es dafür allerdings nicht. Aber ein Stöpsel mit Inschrift und der Hammer von damals belegen die Geschichte.

Der Tipp der Biller-Brüder: Kraft allein zählt nicht. Wichtig beim Schlagen ist, den Kopf ganz glatt mit der vollen Oberfläche zu treffen. Bloß nicht seitlich oder nur halb.


Jeden Tag lüften die Experten von Universum Oktoberfest für uns ein Wiesn-Geheimnis. Infos zu den Wiesn-Führungen unter: Tel. 089-23 23 900

 

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