Modernes Desing mit viel Licht Das ist die neue Schwefel-Therme von Bad Wiessee

Die Außenansicht des Komplexes. Die Kosten: 10,3 Millionen Euro. Eigentlich angedacht: vier Millionen. Foto: Klaus Wiendl

Lange ist geplant und im Gemeinderat gestritten worden. Wenn die Corona-Krise nicht wäre, könnte das neue Jodschwefelbad demnächst eröffnen. Die AZ hat es vorab besucht.

 

Bad Wiessee - Noch werkeln Handwerker in der Holzkonstruktion. Sie sorgen für den nötigen Feinschliff wie Deckenlampen und Springbrunnen im Empfangsbereich des Flachbaus. Nächste Woche sollte eigentlich feierliche Eröffnung des Jodschwefelbades in Bad Wiessee sein – doch Covid-19 macht der Gemeinde einen Strich durch die Rechnung.

Künftige Gäste erleben im modernen Design zahlreiche Oberlichter und großzügige Glasfronten. Sie bringen viel Licht in das mit Weißtannen getäfelte Badehaus. "Hier drin ist es immer hell, auch bei trübem Wetter", sagt Jodbad-Chefin Renate Zinser.

Jodschwefelbad: Modernes Design für 10,3 Millionen Euro

Licht und Wasser, das sind die Themen der Architektur, die von Stardesigner Matteo Thun aus dem Jahr 2016 stammt. Damals waren noch vier Millionen Euro kalkuliert. Inzwischen ist man bei 10,3 Millionen Euro angelangt, was im Gemeinderat bis zuletzt für hitzige Debatten sorgte. Der Freistaat ist mit einem Zuschuss von 3,2 Millionen dabei. Die Gesamtkosten beinhalten auch notwendige Sanierungen der beiden Heilquellen. Zwei Fördertürme pumpen seit 100 Jahren Deutschlands stärkstes Jodschwefelwasser nach oben. Und nun demnächst in 14 Wannenbäder.

Ergänzt wird das Angebot durch Sprüh- und Augenbäder, Inhalationen und Massagen. "Uralte Heilkraft in modernem Design", verheißt die große Marketingoffensive. Die läuft zumindest schon mächtig. "Die Heilkraft der Natur in ihrer schönsten Form" soll das Wohlbefinden stärken und Gäste in den bislang defizitären Badebetrieb locken.

Denn nach dem Abriss des alten Jodbads aus den 20ern wurde seit Anfang 2017 ein Notbetrieb im angrenzenden Badepark aufrechterhalten. Im Neubau ist für das 25-köpfige Team der Probebetrieb aus bekannten Gründen noch nicht möglich, was Zinser nicht beunruhigt. "Den kann ich in drei Tagen erledigen."

Wenn die Beschränkungen fallen, könne das Bad schnell eröffnen. Zinser hofft dann auf viele Gäste. Denn es sei in Studien nachgewiesen worden, "dass unser Wasser gut fürs Immunsystem ist". Das Leuchtturmprojekt biete "Wasser für den Körper und Balsam für die Seele".

 

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