Westerwelles Nachfolge Nach Spaß-Guido jetzt Witze-Philipp?

Der Jüngling mit der „Mutti“: Als jüngter FDP-Chef wird Philipp Röslerviel mit Kanzlerin Angela Merkel besprechen müssen. Foto: dpa/AP

Gesundheitsminister Rösler gilt als Top-Kandidat für den Chefsessel der FDP.

 

Berlin - Ein ausgebuffter Polit-Profi ist er noch nicht. Gerade mal anderthalb Jahre bewegt sich Philipp Rösler (38) auf dem bundespolitischen Parkett. Als sich der junge FDP-Gesundheitsminister vergangenen Sommer mit dem alten CSU-Haudegen Horst Seehofer wegen der Kopfpauschale anlegte, musste er sich in München ein paar rote Ohren abholen. Künftig soll er in der Regierungs-Koalition Angela Merkel und Seehofer, die alle politischen Tricks drauf haben, Paroli bieten – als Nachfolger von Guido Westerwelle.

Der Arzt, der in Vietnam geboren wurde und als Adoptivkind in Deutschland aufwuchs, jetzt als aussichtsreichster Kandidat für den Parteivorsitz der FDP.
Rösler gilt als politisches Naturtalent. Auf den Mund gefallen ist er schon gar nicht. Als Hobby-Kabarettist tritt er gerne als „der kleine Philipp, der auszog, um das Fürchten zu lernen” auf. Dann lästerte er über Westerwelle und Merkel: „Da herrscht gelegentlich Zickenterror.” Selbst vor seiner Chefin zeigt er wenig Respekt. „Angela Merkel gibt’s jetzt als Barbiepuppe”, machte er sich über sie lustig. Die Puppe koste nur 20 Euro. „Aber die 40 Hosenanzüge, die sind so richtig teuer.” Zur AZ sagte er: „Ich habe schon immer gerne Witze über meine Chefs gemacht.”

Nach Spaß-Guido nun Witze-Philipp? Wenn’s um die FDP geht, wird der Senkrechtstarter der Liberalen ernst. Gestern forderte er einen Kurswechsel seiner Partei. „Wir müssen uns wieder mehr um die Menschen kümmern.”

Wie lange der gelernte Arzt nun die Liberalen kurieren will? Immer wieder hatte der Vater von Zwillingen erklärt, dass er die Politik nicht als seine Lebensaufgabe sieht und sie mit 45 Jahren wieder aufgeben will. Da bleiben ihm also noch sieben Jahre für die Heilung der FDP.

Ende der Woche hatte es noch danach ausgesehen, als tendiere die FDP zu einer Übergangslösung mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (60). Gestern aber schlug die Stimmung um – für einen sofortigen Neuanfang bei den Liberalen mit einem aus der jungen Truppe.

Abgewunken hatte ein anderer Hoffnungsträger: FDP-General Christian Lindner fühlt sich mit seinen 32 Jahren noch zu jung. Der Berufspolitiker aus Wuppertal gilt als strategischer Kopf und als rhetorisches Naturtalent. Nur: In der Privatwirtschaft hatte Lindner versagt und seine Firma samt Fördergelder in Millionenhöhe in den Sand gesetzt. 

 

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