Wer, wo, wann, wie, warum Münchner Sicherheitskonferenz: Alles, was Sie wissen müssen

Die Münchner Sicherheitskonfernz findet vom 17. bis zum 19. Februar im Hotel Bayerischer Hof in München statt. Foto: Sven Hoppe/dpa, ho

Die Münchner Sicherheitskonferenz (SiKo oder MSC) findet jedes Jahr in München statt. Die AZ erklärt Ihnen, was Sie zur SiKo wissen müssen.

 

München - Das erste große Aufeinandertreffen der Mächtigen findet jedes Jahr im Februar München statt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz (SiKO oder englisch "Munich Security Conference" (MSC)) kommen Staats-und Regierungschefs, Minister und Wirtschaftsgrößen zusammen, um über jährlich wechselnde Thematiken zu reden.

Die AZ erklärt, was Sie zur und rund um die Münchner Sicherheitskonferenz alles wissen müssen.

Warum gibt es die Sicherheitskonferenz?

Die SiKo wurde im Herbst 1963 als "Internationale Wehrkunde-Begegnung" gegründet, der Widerstandskämpfer Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin ist Gründungsvater der Tagung. Er wollte (militärische) Katastrophen wie den Zweiten Weltkrieg für die Zukunft verhindern und suchte ein Forum, bei dem in nicht-formellen Gesprächen über Rüstungs- und Sicherheitsthematiken gesprochen werden konnte. Ursprünglich war die Teilnehmerzahl auf 60 Personen beschränkt.

Im Laufe der Jahre etablierte sich die "Wehrkundetagung", nach dem Kalten Krieg öffnete man sich sowohl thematisch wie auch personell. Inzwischen ist die SiKo das weltweit größte Treffen dieser Art.

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist keine Regierungsveranstaltung, sondern offiziell eine privat organisierte und durchgeführte Veranstaltung. Daher gibt es auch keine rechtlich gültigen Verträge, die teilnehmenden (Spitzen-)Politiker tauschen sich quasi in privater Runde und Atmopshäre aus. Das hat auch zur Folge, dass sich Poltiker und Militärs aus Staaten treffen und unterhalten können, die offiziell nicht oder nur ungern miteinander reden (dürfen). Aktuell wird die Sicherheitskonferenz von Botschafter Wolfgang Ischinger geleitet.

Wo findet die Müncher Sicherheitskonferenz statt?

Die Teilnehmer der SiKo treffen sich seit Jahrzehnten im Hotel Bayerischer Hof in München am Promenadeplatz. Das Hotel hat sich im Laufe der Zeit als Veranstaltungsort etabliert. Gründer Heinrich von Kleist lebte bis zu seinem Tod 2013 in München, da er die Sicherheitskonferenz als private Veranstaltung gründete, lud er die Politiker immer nach München ein.

Die Veranstalter der SIKo mieten sich für die Dauer der Tagung das komplette Hotel, vom Keller bis zur Dachterasse. Im Hotel selber wohnen nur die Spitzenpolitiker, Begleiter und Sicherheitspersonal wohnen in anderen Hotels in der Stadt.

Wer kommt zur Müchner Sicherheitskonferenz?

Die Tagung besuchen jedes Jahr hunderte Menschen. Staats- und Regierungschefs genauso wie ihre Außen-, Innen- und Verteidigungsminister. Aber auch Botschafter, Militärs und führende Wirtschaftsverteter werden eingeladen. Seit einigen Jahre laden die Veranstalter auch vermehrt Vertreter der Zivilgesellschaft ein, wie NGOs, Umweltverbände und Menschenrechtler.

2017 kommen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und sein Nachfolger Frank-Walter Steinmeier, US-Vizepräsident Mike Pence und der US-Verteidigungsminister General James Mattis, der britische Außenminister Boris Johnson, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und sein afghanischer Amtskollege Mohammad Ashraf Ghani.

Mehr zu den Teilnehmern finden Sie auf der offiziellen Seite der SiKo oder hier.

Was ist das Thema der Sicherheitskonferenz?

Die Münchner Sicherheitskonferenz hat jedes Jahr eine offizielle Agenda, behandelt und diskutiert werden aber auch regelmäßig die großen sicherheitsrelavanten Fragen und Konflikte.

Im Zentrum der diesjährigen Konferenz-Agenda stehen die Zukunft der transatlantischen Beziehungen und der NATO nach der Wahl von Donald Trump, die EU-Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Beziehungen zu Russland sowie der Krieg in Syrien, die Sicherheitslage in Ostasien und der Umgang mit "Information Warfare".

Welche Einschränkungen gibt es während der Sicherheitskonferenz?

Rund um das Tagungshotel hat die Münchner Polizei eine Sperrzone eingerichtet, nur Teilnehmer und akkreditierte Journalisten dürfen das Hotel betreten. Die Trambahnen werden von der MVG umgeleitet, auch der Autoverkehr muss sich wegen kurzfristiger Straßensperren auf längere Fahrtzeiten einrichten.

Mehr zur Sperrzone und den Änderungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln lesen Sie hier.

Am Samstag wird es eine große Gegen-Demonstration zur Sicherheitskonferenz geben, auch hier kommt es zu Abweichungen bei Tram- und Buslinien.

 

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