Weniger Verkehr geplant Ortskern wird umgestaltet: Truderings neue Mitte

So richtig kann man es sich noch nicht vorstellen, aber so soll eines Tages der Truderinger Ortskern aussehen. Foto: Simulation: bbz

Die AZ erklärt, wie der neue Ortskern Truderings gestaltet werden wird – und, warum in Berg am Laim jetzt Chaos droht.

Trudering - Ruhiger und beschaulicher wird der Truderinger Ortskern nach der Sanierung werden, wenn die Ideen der Planer aufgehen. Statt mehrerer Fahrstreifen wird es nur noch zwei geben, dafür einen breiten Fußgängerbereich und einen Schutzstreifen für Radler. Asphalt ist auf der Fahrbahn vorgesehen, Münchner Gehwegplatten, unterbrochen durch Bänder aus dunklerem Naturstein, für den restlichen Bereich.

Alles wird höhengleich, maximal eine Zwei-Zentimeter-Kante zur Fahrbahn ist vorgesehen. Auch Parkbuchten fallen weg, Stellplätze werden auf dem Gehsteigpflaster aufgemalt. Die Berliner Landschaftsarchitekten bbz, die auch den Harras umgestaltet haben, bekamen den Zuschlag für ihre Pläne, nach denen der Ortskern ein identitätsstiftender Raum mit hoher Aufenthaltsqualität werden soll.

Es sind auch drei platzartige Bereiche vorgesehen: an der Bajuwarenstraße, vor der Post und am Knotenpunkt Schmuckerweg. Hier soll sogar ein Brunnen errichtet werden, an dem Kinder plantschen können. "Die Attraktivität des Truderinger Ortskerns leidet massiv unter dem hohen Verkehrsaufkommen", erklärte Johann Wiedemann vom Baureferat bei der Präsentation der Pläne vor der Bezirksausschuss-Sitzung am Donnerstag. Rund 15.000 Autos rollen derzeit von Ost nach West oder umgekehrt durchs Truderinger Zentrum, laut Untersuchung ist die Hälfte davon Durchgangsverkehr.

Bürger bei manchen Punkten noch sehr kritisch

Dem soll die Passage über die zweispurige Fahrbahn ohne Busbuchten verleitet werden, sodass die Lenker schon an der Bajuwarenstraße auf die B 304 abbiegen. Keine Lösung allerdings präsentierte die Stadt für den ebenfalls hohen Nord-Süd-Verkehr, der am Knotenpunkt Schmuckerweg aufläuft. Wer von Neuperlach nach Riem will, findet hier eine der raren Möglichkeiten, die Bahntrasse zu queren.

Die Bürger, die zur Vorstellung der Pläne gekommen waren, sahen manches kritisch. "Es wird wildes Parken ohne Ende geben, die Radler werden auf die Straße gedrängt!" fürchtete ein Mann. Auch Berg am Laims BA-Chef Robert Kulzer (SPD) ist beunruhigt, weil künftig mehr Autos in der Baumkirchner- und Sankt-Veit-Straße zu erwarten sind. Beim Umbau der Kreuzung Truderinger-/Baumkirchnerstraße hatte die Stadt erklärt, dies sei wegen der neuen Siedlung Baumkirchen-Mitte nötig. Später erfuhr Kulzer, dass der Umbau den Truderinger Ortskern entlasten soll.

"Ich muss mich darauf verlassen können, dass die Verwaltung alle Stadtteile gleich behandelt", kritisiert Kulzer. "Wir brauchen Infos! Es kann nicht sein, dass man in Trudering einen solchen Aufwand treibt und die Interessen von Berg am Laim völlig außer Acht lässt!" Noch heuer soll der Stadtrat die Pläne absegnen, 2020 könnten die Bagger anrollen.

 

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