Welle des Protests #merkelstreichelt: Kanzlerin tröstet Asylbewerberin, erntet Shitstorm

#merkelstreichelt: Die Kanzlerin erntet Kritik für ihren Umgang mit einer weinenden Asylbewerberin. Foto: AZ

Am Mittwoch diskutierte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Schülern über aktuelle Themen. Als ein palästinensisches Mädchen das Thema Asylpolitik ansprach, reagierte die Kanzlerin irritierend. Das Netz ist empört.

 

Berlin – Das Mädchen, das genau wie ihre gesamte Familie derzeit nur ein vorläufiges Bleiberecht hat, erläuterte Merkel ihre belastende Situation: "Solange ich nicht weiß, ob ich hier bleiben darf, weiß ich auch nicht, wie meine Zukunft sein wird. Ich würde so gerne in Deutschland studieren. Es ist ungerecht dabei zuzusehen, wie andere das Leben genießen können und man das selber nicht so machen kann."

Zunächst antwortete die Kanzlerin mit erwartbaren politischen Floskeln wie der Forderung nach einer schnelleren Bearbeitung von Asylanträgen. Ihr Statement endete mit dem Satz "Aber es werden manche auch wieder zurückgehen müssen", was dem Mädchen die Tränen in die Augen trieb.

Im offiziellen Blog der Bundesregierung hingegen hieß es zunächst: "Vor lauter Aufregung musste das Mädchen schließlich weinen". Inzwischen hat man die Passage auf "Das Mädchen musste weinen und wischte ihre Tränen mit einem Taschentuch weg" geändert. Doch noch viel mehr als an dieser fragwürdigen Darstellung empört sich die Netzgemeinde an Angela Merkels Reaktion auf die Tränen des Mädchens: Sie streichelt der Palästinenserin über den Kopf und gratuliert ihr, dass sie ihre Situation "ganz toll dargestellt hat". (Video der Szene)

Unter dem Hashtag #merkelstreichelt bricht nun ein Shitstorm über die Kanzlerin herein. Die Reaktionen reichen von recht zurückhaltenden Statements wie "Ich sehe da übrigens einen Menschen, der zum 1. Mal direkt mit den Folgen seines politischen Handelns konfrontiert wird" über ironische Auseinandersetzungen wie "Immerhin hat sie dem Mädchen nicht ihr 'vollstes Vertrauen' ausgesprochen..." bis hin zu direkten Angriffen wie "Angela Merkel erreicht einen neuen, widerwärtigen Tiefpunkt".

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